VW
Beispielloser Angriff! Jetzt gilt: Kein Auto, kein Getriebe, keine Achse verlässt die Werke! STREIK!
Der folgende Artikel ist in der Extraausgabe Nummer 2 / 26 der Zeitung von und für Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche- und MAN-Werken, „Vorwärtsgang“, vom 29. Juni erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:
Liebe Kolleginnen und Kollegen aller Werke, heute Morgen ließ der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume über das Manager Magazin feige verkünden: 100.000 VW-Arbeitsplätze sollen vernichtet und vier Werke in Deutschland geschlossen werden: VW Nutzfahrzeuge Hannover, die Werke Emden und Zwickau sowie Audi Neckarsulm. Damit bestätigt sich, was der „Vorwärtsgang“ die ganze Zeit sagt. Das wurde als „Panikmache“ diffamiert. Jedes Wort stimmte!
Kein Wort dazu auf den Betriebsversammlungen im Juni; gestern wurde in Neckarsulm noch alles dementiert. Die Dreistigkeit des Angriffs auf die Belegschaft von 2024 wird damit weit übertroffen. So was haben wir alle noch nicht erlebt. Alle Versprechen sind geplatzt. VW hat damit auch den Tarifvertrag gebrochen.
Es brodelt schon lange, jetzt ist es spürbar: Wenn nicht jetzt, WANN ist der Moment, wo wir Kolleginnen und Kollegen anfangen zu kämpfen? Jetzt gilt: Kein Auto, kein Getriebe, keine Achse verlässt das Werk!
Unsere Trümpfe
Wir haben viele Trümpfe in der Hand: Im Jahr 2024 haben wir trainiert, standortweit und konzernübergreifend zu kämpfen. Wir haben die Grenze gewerkschaftlicher, tarifvertraglicher Kämpfe kennengelernt und am eigenen Leib erfahren, wie mickrig unser Streikrecht in Deutschland ist. Wir haben begonnen, Widerstandskomitees und Solidaritätskreise aufzubauen, Streikversammlungen mit Abstimmungen durchzuführen, und wir haben die gewerkschaftliche Struktur für die Kämpfe weiter aufgebaut. Dass gewerkschaftliche und selbstständige Kämpfe zusammenkommen, ist jetzt Trumpf!
Wir begrüßen, dass die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner, die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und der Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen, Thorsten Gröger, sofort reagiert haben. Sie protestieren in ihrer Erklärung zur Berichterstattung gegen „unverantwortliche Drohungen“: „Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Kraft verhindern!“ Das ist für jeden Gewerkschafter als Auftrag und als Mandat anzunehmen. Wir brauchen die Gewerkschaften als Kampforganisation!
Im Jahr 2024 haben wir nur den kleinen Finger gehoben. Jetzt brauchen wir die ganze Faust. Auch bezüglich der gesamten kapitalistischen Politik haben wir viele Rechnungen offen. Der Kapitalismus erweist sich an allen Fronten als Ausbeutersystem.
Eine aktuelle Resolution der Vertrauensleute von Mercedes Untertürkheim bringt es auf den Punkt: „Bessere Politik braucht unseren gewerkschaftlichen und politischen Kampf! Deshalb warten wir nicht, bis uns jemand bittet, zu protestieren. Wir fangen damit an! (…) ‚Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?‘ (…) Wir engagieren uns in unserer Gewerkschaft und verlangen, so bald wie möglich Demonstrationen gegen die Gier der Bosse, gegen die Regierung und für eine bessere Zukunft zu organisieren. Bis dahin zum Streik.“
Das ist ein Wort!
Diskutiert in den Abteilungen, bei gewerkschaftlichen Versammlungen, bei selbstständigen Aktionen und überall folgende Forderungen und entscheidet euch zum Kampf:
- VW hat den Tarifvertrag gebrochen, wir halten nicht länger still!
- Wer einen Standort angreift, greift uns alle an!
- Die Werksschließungen müssen vom Tisch!
- Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!