Bochum/Dortmund

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Arbeitersolidarität ist stärker als Angriffe durch Konzernvorstände, Bundesregierung und Polizeigewalt

Drei Ortsdelegierte der IG Metall Ruhrgebiet Mitte - Ute Hickler, Gerd Pfisterer und Steffen Reichelt - schreiben an die Verteiler des „Vorwärtsgang" bei Audi Neckarsulm und Mitglieder der MLPD, die von Polizeigewalt betroffen sind. Zur Kenntnis geht das Schreiben auch an die Landesregierung Baden-Württemberg.

Arbeitersolidarität ist stärker als Angriffe durch Konzernvorstände, Bundesregierung und Polizeigewalt
Arbeiterdemonstration im Juli 2025 in Dortmund (rf-foto)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir erklären Euch hiermit unsere entschiedene Solidarität gegen die brutalen undemokratischen Repressionen der Polizei, die ganz offensichtlich im Auftrag der Konzernführung von VW und der Werksleitung von Audi Neckarsulm bereits mehrfach gegen Euch angewendet wurden!

 

Mit aller Berechtigung wachsen heute Wut und Widerstand der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Betrieben gegen die Pläne von Konzernen wie VW und Mercedes, aber auch ThyssenKrupp und Stellantis zur massenhaften Vernichtung von Arbeitsplätzen und immer schärferer Ausbeutung. Mit aller Berechtigung mobilisieren IG Metall und andere Gewerkschaften zur breiten Rebellion gegen die Pläne der Bundesregierung, die uns im Auftrag derselben Konzerne heute massive Einschnitte bei Arbeitszeiten, Renten und Sozialversicherungen auferlegen will.

 

Wenn jetzt Konzernvorstände und Regierung den berechtigten Protest und Kampf dagegen mit Polizeigewalt unterdrücken lassen, dann haben sie eine klare Grenze überschritten und sich mit den Falschen angelegt! Warum machen sie das? Offensichtlich haben sie Panik davor, dass die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung sich ihren Plänen nicht beugt, sondern den Kampf dagegen aufnimmt und in die Offensive geht.

 

Ein Kampf unserer Kollegen von VW und Mercedes gegen diese Angriffe wäre von erster Minute an die Sache aller Arbeiter, und wir sichern ihm bereits jetzt schon die ganze Solidarität der Kolleginnen und Kollegen unserer Betriebe zu! Unabhängig von parteipolitischer Zugehörigkeit oder Orientierung verurteilen wir entschieden die faschistoiden Methoden der Unterdrückung, Verhaftung und erkennungsdienstlichen Behandlung gegen Verteiler der Kollegenzeitung „Vorwärtsgang" und Mitglieder der MLPD! Wir fordern die sofortige Einstellung dieser Methoden, und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir werden den Vorfall in unseren Betrieben und gewerkschaftlichen Gremien bekannt machen und die weitere Solidarität mit Euch organisieren! Einen Finger können sie brechen – fünf Finger sind eine Faust!

 

Mit solidarischen Grüßen

 

  • Ute Hickler (Vorsitzende der VKL ThyssenKrupp Dortmund, Ortsdelegierte IGM Ruhrgebiet-Mitte)
  • Gerd Pfisterer (ehem. Vorsitzender des Betriebsrats Hoesch Spundwand und Profile, Ortsdelegierter IGM Ruhrgebiet-Mitte)
  • Steffen Reichelt (Betriebsrat bei Opel/Stellantis Bochum, Ortsdelegierter IGM Ruhrgebiet-Mitte)