Internationle Vernichtungsschlacht
Einige Hintergründe zu den dreisten Angriffen bei VW und Mercedes
VW, das umsatzstärkste Automobilmonopol der Welt, verkündet, die Arbeitsplatzvernichtung von 50.000 auf mindestens 100.000 zu verdoppeln und mindestens vier Werke zu schließen.
VW-Boss Oliver Blume forderte von der Bundesregierung: „Verlässliche Bedingungen für die Automobilindustrie.“
Verlässlich lieferte die Regierung die Aufhebung des sogenannten Verbrennerverbots sowie Preissubventionen für E-Mobile. Für die Arbeiter gibt es aber im Kapitalismus keine verlässlichen Bedingungen. Die Automobilmonopole blasen zum Generalangriff auf die Arbeiter. Und VW macht den Auftakt, Mercedes zog schon nach. Und einer nach dem anderen wird folgen, wenn VW damit durchkommt.
Alice Weidel von der faschistischen AfD sieht die Gründe für die Arbeitsplatzvernichtung insbesondere in „explodierenden Energie- und Lohnkosten“. Die selbsternannte Arbeiterpartei macht hier deutlich, dass sie umwelt- und genauso arbeiterfeindlich ist!
Tatsächlich geht es um eine drastische Verschärfung der Ausbeutung, um die gigantischen Summen für den Kampf um die Weltmarktführerschaft aus den Arbeitern herauszupressen. Das ist das Ziel aller Automobilmonopole.
Die Daimler-Bosse fordern die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche und streichen die Auszahlung der vereinbarten Prämie. Auch BMW kündigt ein drastisches Kürzungsprogramm an und will eine Milliarde Euro für Personalabbau zurücklegen, Mercedes zwei Milliarden. Hintergrund ist der erbitterte Konkurrenzkampf um die weltmarktbeherrschende Stellung bei insgesamt stagnierendem Absatz. Die Neuwagenpreise sind in den USA und Europa seit 2020 um durchschnittlich 15 bis 25 Prozent gestiegen, der durchschnittliche Verkaufspreis liegt dort bei 45.000 US-Dollar. Das ist aber für eine breite Masse immer weniger bezahlbar. Das brachte deutschen Automonopolen wie VW 2023 noch Rekordprofite. In China liegt der durchschnittliche Verkaufspreis dagegen bei 25.000 Dollar.
Ausgehend von China wurde ein Preiskampf eröffnet, mit dem vor allem das chinesische Monopol BYD auf den Weltmarkt drängt und Weltmarktführer bei E-Mobilen wurde. Die Monopolpreisstrategie von VW und Co. geriet in die Krise. BYD-Boss Wang erklärte jetzt offen, in fünf Jahren VW als Weltmarktführer bei Automobilen verdrängen zu wollen. BYD hatte aber jetzt selbst den massivsten Gewinneinbruch seit sechs Jahren – auch aufgrund der Konkurrenz in China selbst. In China hat selbst ein gnadenloser Kampf begonnen, der einen Großteil der Autohersteller und massenhaft Arbeitsplätze vernichten wird. Daran ändern die niedrige Löhne dort keinen Deut.
Die offene Krise der Neuorganisation der internationalen Produktion schüttelt den Automarkt durch. Die Imperialisten versuchen verstärkt, mit Zöllen die jeweiligen Märkte gegen die Konkurrenz abzuschotten. US-Zölle trugen dazu bei, dass der deutsche Autoexport in die USA im ersten Quartal um 28,4 Prozent zurückging. Aber auch die EU erhebt Zölle bis 27 Prozent auf chinesische E-Mobile und will sie jetzt auf bis zu 38 Prozent steigern. Das treibt die Automobilmonopole dazu, Werke in den jeweiligen Ländern aufzubauen. Die Autos des chinesischen Monopols BYD sollen in Ungarn und der Türkei gefertigt werden. Daimler will vier Milliarden in den USA in sein SUV-Werk investieren, kommt damit aber schon wieder in Schwierigkeiten. Ein geplantes Audi-Werk in den USA wurde Anfang des Jahres wegen der hohen Kosten und rückläufigem Absatz abgeblasen.
Ein konkreter Hintergrund für die Arbeitsplatzvernichtungspläne bei VW ist das Programm „Gamechanger“. Ursprünglich sollte in Wolfsburg auf der grünen Wiese eine Gigafactory aufgebaut werden, wo auf einer einheitlichen Plattform mit erheblich weniger Teilen eine Vielzahl von Modellen produziert werden kann. Diese Rationalisierungspläne hätten schon früher entsprechend Arbeitsplätze gekostet. Das wurde 2023 angesichts der gewaltigen Investitionskosten gestoppt. Das Programm „Gamechanger“ soll jetzt das bestehende Wolfsburger Werk entsprechend ausrichten. Neubau von Werken im Ausland wegen Billiglöhnen, Neubau von Werken, um Zollschranken auszuhebeln, Neubau von Werken, um technisch überlegen zu sein, Investitionen in eine ausufernde Zahl neuer Modelle, die so niemand braucht. Ständig neue Werke bei einem weltweit eher rückläufigen Weltmarkt – all das, um im gnadenlosen Konkurrenzkampf um die Weltmarktbeherrschung die Nase vorn zu haben.
Viele Milliarden Euro werden für neue Produktionsanlagen ausgegeben, während andere Werke geschlossen und die Anlagen vernichtet werden. Deutsche Automonopole wollen in den nächsten fünf Jahren 540 Milliarden Euro investieren. Diese riesigen Investitionen sind spekulativ darauf ausgerichtet, der Konkurrenz Weltmarktanteile abjagen zu können. Gelingt das nicht, werden wieder Werke geschlossen. Und da wollen uns Bosse wie Oliver Blume etwas von Kostensenkung und Sparen erzählen?
Dieser Irrsinn zeigt die tiefe Krise, in der der Kapitalismus steckt. Jede Hoffnung, dass das nur ein vorübergehendes Problem ist und es dann wieder aufwärts gehen kann, ist eine Illusion. Das kapitalistische Ausbeutersystem ruiniert Mensch und Natur. Höchste Zeit für echten Sozialismus!