Betriebsversammlung MAN Nürnberg

Betriebsversammlung MAN Nürnberg

Überall ist Krise, aber die Herren meinen: Wir sollen nicht alles schlecht reden!

So der Tenor von Hubert Altschäffel vom Personalvorstand der Geschäftsleitung auf der Betriebsversammlung bei MAN in Nürnberg.

Korrespondenz

Er zeigt sich recht zufrieden: „Wir sind in ruhigeres Fahrwasser gekommen." Der Umsatz stieg im 1. Quartal um 8% auf 3,3 Mrd. €, der Absatz um 14% auf 23.600 Einheiten, die operative Rendite stieg um 7,2%, das entspricht 2,9% mehr als im Vorjahreszeitraum und der Auftragsbestand bleibt gleich auf 27.851 Einheiten. MAN investiert in Deutschland 194 Mio € und in Polen ungefähr 350 Mio €. Und die Krönung: Das Magazin Focus kürte MAN als Toparbeitgeber der 26 besten.

 

Für die Firma läuft es trotz Autokrise nicht schlecht, das muss daran liegen, dass vom Militärgeschäft profitiert wird und in der Sonderwirtschaftszone in Polen die Produktion massiv ausgebaut wird. Wir Kollegen sehen das freilich anders. Es lässt sich einfach nicht schönreden, was da im Moment mit uns passiert. Wir sind konfrontiert mit Entgeltabsenkungen, Arbeitszeitverlängerung, Preissteigerungen und einem Kahlschlag an sozialen Errungenschaften, wie es ihn seit Jahren nicht mehr gab.

 

Dazu gab es selbstverständlich Nachfragen: Warum wird alles auf uns abgewälzt? Was wird gegen die Hitze im Sommer unternommen? Die Klassenwidersprüche lassen sich einfach nicht mehr übertünchen. Die nächste Tarifrunde ist erst im Herbst, bis dahin können wir doch nicht warten. Warum gibt es bei uns keine Proteste der IG Metall? Wir Franken können auch Rebellion! Auch in den Betrieben müssen wir lernen, wieder selbstständig zu streiken.