Jetzt entwickelt sich Widerstand
Terror gegen Migranten in Südafrika
Tausende Menschen aus Nigeria, Ghana, Malawi, Zimbabwe, Angola und anderen Ländern haben inzwischen Südafrika fluchtartig verlassen. Die nackte Angst um ihr Leben treibt sie dazu.
Tausende weitere warten noch, erschöpft, ausgehungert, traumatisiert, zusammengepfercht, ohne Wasser und Toiletten, warten, dass ihnen jemand zu Hilfe kommt bei der Reise nach Hause. Einige Regierungen haben Flugzeuge und Busse gestellt, aber lange nicht genug.
Die Migranten sehen mit Schrecken dem 30.6. entgegen. Die faschistischen Gruppen hatten das Ultimatum gestellt, dass bis dahin alle „Illegalen“ weg sein müssten und noch mehr Gewalt und einem „national shutdown“ angekündigt, sollte ihre Forderung nicht erfüllt sein. Ob jemand Papiere hat oder nicht, spielt keine Rolle, alle erfahren brutale Gewalt. Mehrere Menschen wurden erschlagen.
Die rassistische, faschistische Bewegung, die gerade durch viele Teile Südafrikas flutet, ist das Ergebnis einer demagogischen Meinungsmanipulation. Die Armen in Südafrika sind voller Wut und Verzweiflung und empfinden in ihrem Leben eine Perspktivlosigkeit im kapitalistischen, ja imperialistischen Südafrika, wo es den Armen an allem fehlt. Die demagogische Manipulation fördert die kleinbürgerlich-faschistische Denkweise. Die Massen müssen damit fertig werden: Es kann doch kein Ausweg sein, auf ihresgleichen feindselig loszugehen!
Die letzten Wahlen - sowohl landesweit als auch auf provinzieller Ebene - waren katastrophal für den ANC verlaufen, die absolute Mehrheit war dahin, gleichzeitig brandeten immer mehr Protestaktionen auf gegen die Arbeitslosigkeit, den Hunger, den Zusammenbruch der Gesundheits- und Wasserversorgung, die kaputten, unbefahrbaren Straßen, fehlende Schulen und Wohnungen und Unterkünfte für Studenten usw.
Aus Sicht von Südafrikas Superreichen musste was passieren, die Richtung der Proteste musste umgelenkt werden, weg von den Besitzenden und ihrer Regierung, auf die Migranten. Seit einigen Jahren wurden faschistische Strukturen im ganzen Land aufgebaut, flankiert von intensiver Social Media Arbeit. Es muss viel Geld geflossen sein in PR- Arbeit, Transparente, Merchandising , Reisekosten, Schulungen, Fernsehauftritte, Büros, die ganze Mobilisierung für das immer gleiche Trommelfeuer: „Die Ausländer sind schuld an Eurem Elend!“
Endlich stellen sich jetzt Menschen dieser Hysterie entgegen. In Capetown stellte der Gemeindevorsteher eines Townships klar, dass er keine ausländerfeindlichen Demonstrationen dulden würde. Man lebe gut mit den Migranten zusammen, die zudem mit den kleinen Spazashops die Versorgung im Township aufrechterhielten. „Siyafana Sonke“ - „Wir sind alle gleich“ heißt ein gerade gegründeter Zusammenschluss aus 134 Organisationen aus der Frauen-, Friedens- und Umweltbewegung, von kirchlichen und sozialistischen Gruppen und dem Gewerkschaftsdachverband Saftu, wozu auch die Metallergewerkschaft Numsa gehört.
Sie fordern eine sofortige Verhaftung der Scharfmacher von March and March, Dudula und Action South Africa und schreiben: „Sie haben nicht nur Hass geschürt, indem sie zu fremdenfeindlicher und gruppenbezogener Gewalt angestiftet haben, sondern auch vor den Augen der Öffentlichkeit Straftaten wie Körperverletzung, Einschüchterung, Verhinderung medizinischer Versorgung, unrechtmäßige Durchsuchungen und die unrechtmäßige Einforderung von Ausweispapieren von mutmaßlichen Migranten begangen“. Sie fordern auch die Bestrafung der Polizei, wo sie Straftaten nicht verhindert, sondern noch gefördert hat. ... Wir weigern uns, unsere Nachbarn zu Sündenböcken für eine Krise zu machen, die sie nicht verursacht haben – denn Siyafana Sonke: Wir sind alle gleich… Wir setzen uns für die Einheit aller Ausgebeuteten ein und lehnen die faschistischen Methoden von Selbstjustizgruppen ab, die Nachbarn, Arbeiter und die arme Mehrheit gegeneinander aufbringen. Solidarität in Krisenzeiten!“