Fragilität jeder Spekulation

Fragilität jeder Spekulation

Rheinmetall-Aktie stürzt um 17 Prozent ab

Eigentlich ist die Rüstungsindustrie ja ein Selbstläufer in Kriegszeiten – die Profite rollen ungehemmt. Weil es bei der Spekulation aber nicht nur um den Maximalprofit, sondern auch um dessen reine Erwartung geht, sorgt jeder unerwartete Verlust für Erschütterungen – hier wird schließlich auf die Zukunft gewettet!

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Die Rheinmetall-Aktie ist am Mittwochmorgen um 17 Prozent im Vergleich zum Vortag abgerauscht. Lag der Preis für eine Aktie am Dienstag noch bei 1171 Euro, kostete sie am Mittwochmorgen zwischenzeitlich nur 973 Euro. Das klingt dramatisch, allerdings muss man dazu wissen, dass vor dem Ukrainekrieg 2022 der Aktienwert gerade mal bei 140 Euro lag.

 

Es läuft auch nicht schlecht für den größten Todeshändler Deutschlands. Aufträge gibt es in allen Sparten des Konzern, aber vor allen Dingen in der militärische Sparte, Rheinmetall Protection Systems GmbH, die mittlerweile 45 Tochterunternehmen in mindestens elf Ländern hat. Ausgelöst wurde die Erschütterung von Kriegsminister Boris Pistorius (SPD), der das Marine-Projekt zum Bau von F126-Fregatten aufgegeben hat. Rheinmetall auf die Übernahme des F126-Fregattenprogramms vom niederländischen Schiffbauer Damen spekuliert.

 

Nun sollen laut Spiegel statt der sechs ursprünglich geplanten Kriegsschiffe acht kleinere Fregatten des Typs „Meko-200“ – und zwar der Konkurrenz! TKMS, eine Sparte von TKSE und damit auch Teil eines der großen drei deutschen Kriegsgewinnler-Konzerne, ist der Bauer dieser Schiffe, und deren Aktie stieg darauf um knapp 10 Prozent. Das zeigt neben der Menschenverachtung der Kriegsgewinnler auch die Absurdität der Spekulation. Alleine, weil Rheinmetall die Aussicht auf ein zusätzliches Geschäft schürte, aber das dann nicht liefern konnte, brach der Kurs ein. Verlust hat der Monopolist am Ende nur durch die Spekulation gemacht.