Mit mutigen Miezen gegen den „Tiger“
Präsidentschaftswahl in Kolumbien
Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien steht der Ultrereaktionär Abelardo de la Espriella vor einem Sieg. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politiker kommt nach der Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen auf 49,7 Prozent. Trump und Milie gratulieren schon.
Die Mehrheit dürfte hauchdünn ausfallen. Der linke Gegenkandidat kommt nach vorläufigen Angaben auf 48,7 Prozent. Somit könnten rund 250.000 Stimmen über das endgültige Wahlergebnis entscheiden. Während de la Espriella schon über seine »große Verantwortung« in der kommenden Amtszeit sprach, verwies Cepeda auf die ausstehende amtliche Überprüfung aller Wahlprotokolle. Nach Angaben seines Wahlkampfteams werden Ergebnisse aus rund 33.000 Wahlurnen angefochten.
"Der 'Tiger', wie sich der faschistische Präsidentschaftskandidat in Kolumbien selbst gerne nennt, ist in Medellín, Kolumbien, allgegenwärtig – auf Bussen und an der Autobahn hängen riesige Plakate, auf denen sich mit ausgestrecktem rechtem Arm posiert", schreibt eine Freundin in einer aktuellen Reisereportage für die Rote Fahne. "Auf Social Media präsentierte sich der faschistoide Kandidat Avelardo de Espriella in bester Trump-Manier – erst prahlte er mit der Größe seiner Genitalien, dann berichtete er, dass er als kleiner Jungen Katzen zum Explodieren gebracht habe, und schließlich kündigte er an, er wolle allen Linken die Eingeweide herausreißen. Auch politisch steht Avelardo auf der Seite Trumps, will Fracking einführen, staatliche Ausgaben kürzen, bessere Bedingungen für Investoren schaffen. Den Einfluss des chinesischen Imperialismus, dem der jetzige Präsident Pedro freundlich gegenübersteht, möchte er zurückdrängen.
Auf einer Kundgebung des fortschrittlichen Pacto Histórico lernt ich die Tierärztin Indira, einen Universitätsprofessor und ein schwules Pärchen kennen. Sie sind glühende Anhänger des von Pedro unterstützen Kandidaten Iván Cepeda, heben Pedros Verdienste bei der Anhebung des Mindestlohns und bei der Finanzierung der staatlichen Universitäten hervor. Andere fortschrittliche Vorhaben wie die Verstaatlichung der Gesundheitsversorgung seien an der rechten Opposition gescheitert. Indira hält ein Plakat hoch, auf dem steht 'Von wegen Angst – Miezen gegen Abelardo': eine Anspielung auf die ekelhafte Katzen-Anekdote."
Die komplette Reportage wird im nächsten Rote-Fahne-Magazin zu lesen sein. Über das Wahlergebnis werden wir auf Rote Fahne News in den nächsten Tagen berichten, inkl. Statements von kolubianischen Revolutionären.
Zu den Hintergründen siehe: Alejandro Tapia vor der Stichwahl zwischen fortschrittlichen Kandidaten und Faschisten