Das VW-Problem

Das VW-Problem

Oliver Blumes Kamikaze-Aktion

2024 betrug der Umsatz pro Beschäftigtem im VW-Konzern 543.067 $. Das ist der niedrigste Produktivitätswert aller führenden Automonopole: Stellantis 683.415 $; Mercedes-Benz Group 930.567 $; BMW Group 967.759 $. Und im internationalen Vergleich: General Motors 1.157.049 $; Toyota 820.914 $.

Von kw

Diese Bilanz hängt wie ein Mühlstein seit Jahrzehnten am Hals der profithungrigen Aktionäre. Zum Vergleich im Jahr 2000: Volkswagen 243.068 $; Daimler 360.311 $aber General Motors 478.321 $; Toyota 563.030 $. Im Jahr 2008 Volkswagen 450.301 $; Daimler 513.615 $ aber General Motors 613.082 $; Toyota 636.983 $. Und im Jahr 2015: Volkswagen 387.820 $; Daimler 583.733 $, aber Toyota 678.152 $; General Motors 708.633 $.

 

2015 betrug die Zahl der Beschäftigten bei Volkswagen erstmals über 600.000, stieg 2021 auf 672.298 und lag 2024 immer noch bei 646.501. Da im Kapitalismus allerdings nicht investiert wird, um „Arbeit zu geben“, sondern die Arbeitskraft genommen wird, um Maximalprofite anzueignen, musste und muss jeder einzelne Arbeitsplatz ständig verteidigt werden.

 

Die VW-Führung scheiterte immer wieder am Kampf der Belegschaft. In verschiedenen, „Zukunftsverträgen“ wurden der Belegschaft zwar Einbußen bei Löhnen in Verbindung mit Änderungen der Wochenarbeitszeit abgepresst, aber stets der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen festgeschrieben. (Ausgenommen natürlich Kündigungen aus anderen Gründen und Leiharbeiter).

 

Unter der Bedingung des zugespitzten Kampfes um die Weltmärkte und der Strukturkrisen aufgrund Digitalisierung und E-Mobilität startet Oliver Blume jetzt den Versuch eines Befreiungsschlages mit Massenentlassungen und Werksstilllegungen. Kaum zu glauben, dass dies angesichts der gewachsenen Kampferfahrungen der Belegschaft so einfach gelingen wird. Es gleicht eher einer Kamikaze-Aktion.