Rekordhitze vor uns?

Rekordhitze vor uns?

Dramatische Hitzewelle

Mit dem Kapitalismus wird mittlerweile jedes Jahr ein Rekord-Jahr - Bei Temperaturen bis zu 40 oder sogar 41 Grad könnte am Freitag der bisherige deutsche Hitzerekord für den Monat Juni gebrochen werden. Und wieder droht der heißeste Sommer der bisherigen Geschichte mit Temperaturen bis zu 45 Grad; zumindest bis 2027.

Von fu
Dramatische Hitzewelle

Hitzeglocke über Westeuropa

Bis zum Ende des Juni wird sich die Hitze erstmal noch verschärfen. Einzelne Wettermodelle berechnen für den Südwesten Werte bis zu 40 Grad. Und diese Hitze könnte sich teils noch bis zu zehn Tagen halten. Der Grund für die anhaltende Hitzewelle ist ein stabiles Hochdruckgebiet über Europa, das sich nach den aktuellen Berechnungen zu einem Omega-Hoch weiterentwickelt – ein langanhaltendes Hoch, dass von zwei Tiefs flankiert und dadurch stabilisiert wird. Außerdem kommt so kaum Feuchtigkeit in das betroffene Gebiet. Erinnern sie sich an das Dürre- und Hitzjahr 2018, die Hitzewellen von 2019 und 2020? Das waren Omegalagen. Uns drohen also nicht nur extremste Hitze, sondern auch Wassermangel. Jetzt schon sollte man verantwortungsbewusst und solidarisch handeln und Wasser nicht verschwenden – sollte das Wasser regional ausgehen, wird die Lage bei diesen Temperaturen quasi sofort akut bedrohlich.

 

Das europäische Wettermodell (ECMWF) berechnet bis zum Ende des Juni Temperaturen durchgehend zwischen 30 und 40 Grad in Deutschland. Dabei verschiebt sich die Hitzeglocke im Verlauf der letzten Juni-Woche vom Westen in den Osten. In Frankreich können die Temperaturen auf bis zu 45 Grad klettern! Erst am 30. Juni könnten die Temperaturen wieder auf Werte zwischen 20 und 24 Grad zurückgehen. Aber wie der Juli wirklich wird, ist noch nicht mit ausreichender Verlässlichkeit berechenbar. Deswegen heißt es, um Schutzmaßnahmen zu kämpfen und sich vorzubereiten.

Hitzewelle als regionaler Ausdruck globaler Umweltkatastrophe

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Im Rahmen der fortschreitenden globalen Umweltkatastrophe entwickelt sich die Klimakatastrophe als Initialkatastrophe weiter mit der größten relativen Geschwindigkeit der verschiedenen Prozesse, wobei die Aufheizung der Wassermassen der Meere an Geschwindigkeit ebenfalls massiv zugenommen hat, aber damit gleichzeitig die Erhitzung der Luftmassen beschleunigt. Ein Beispiel für die selbstzerstörerischen Kreisläufe, in die die Biosphäre durch die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen gestürzt wurde. Die Grenze bestimmt nur die Physik – und ob wir das aushalten, das spielt für diese Prozesse keine Rolle. Die Hitzewelle ist ein Menetekel dessen, was auf die Menschheit zukommt.

 

Parallel zu diesen Hitzewellen entwickeln sich teils heftige Hitzegewitter, die dann auch zu örtlichem Starkregen führen. Diese Wassermassen dringen dann aber nicht in den ausgetrockneten Boden ein, sondern laufen ab - und führen schlimmstenfalls zu kurzfristigen Überflutungen. Ausreichender Regen, der den Boden sättigen und ins Grundwasser sickern könnte, bleibt weitgehend aus. Während wir an der Hitze zu ersticken drohen, fährt die ultrareaktionäre Merz-Regierung den Umweltschutz weiter zurück: Hauptsache, der Maximalprofit der Energiekonzerne und anderer stimmt. Und die Faschisten von AfD und Co. - noch vor kurzem höhnten einige, warme Sommer hätte es früher auch gegeben. Aber solche geballten Ladungen nicht!

 

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Gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen muss man aktiv werden, eben weil es dabei um unser Überleben geht. Keine Vorsorge kann daran etwas ändern, so nötig wie sie unter den bestehenden Verhältnissen dennoch ist. Es müssen immer mehr Menschen das erkennen und zu einem gesellschaftsverändernden Umweltkampf übergehen.

Unterschätzte Gefahr: Mindestens 37 600 Hitzetote in Deutschland von 2018 bis 2025

Obwohl die Hitze der letzten Jahre schon kaum zu ertragen war, ist eine Unterschätzung der von ihr ausgehenden Gefahr für Leib und Leben weit verbreitet. Dabei hat die Hitze bisher mit Abstand die meisten Toten von allen regionalen Folgen der globalen Umweltkatastrophe gefordert! Die Übersterblichkeit steigt tatsächlich schon in Wochen an, in denen die Temperatur bloß über 20 °C ansteigt!

 

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Im ersten großen Dürrejahr neuer Qualität, 2018, waren 8 700 Menschen der Hitze zum Opfer gefallen (die Schätzungen sind übrigens Mittelwerte: Mindestens waren 6 700 verstorben, maximal waren es 10 900). 2019 kamen 6 900 ums Leben, 2020 immer noch 3 700, 2022 dann 4 500 Menschen und 2023 schon wieder 8 000. 2024 wurde die Zahl der Opfer dann mit mit 2 800 insgesamt deutlich niedriger geschätzt - weniger als in 2025 bis Mai alleine, als das RKI die Todesfälle in Folge der Hitze schon auf 3000 Menschen geschätzt hatte. In den vergangenen sieben Jahren sind somit nur in Deutschland nach konservativen Modellen mindestens 37 600 Menschen durch die Hitze gestorben. Zum Vergleich: Bei der großen Flutkatastrophe 2021 fanden in Deutschland 188 Menschen den Tod.

Wassermangel kann in kürzester Zeit akut werden!

Sollte es zu einem Ausfall der Wasserversorgung kommen, kann das Problem sehr schnell eskalieren: Dehydration setzt bei hohen Temperaturen und Trockenheit bei Kleinkindern und alten Menschen schon nach Stunden ein. Ein Erwachsener benötigt am Tag etwa 2 Liter Wasser (ausgehend von durchschnittlichem Alter und Gewicht, als Grundbedarf gelten 30–40 Milliliter pro Kilogramm), bei Hitze und Trockenheit bis zu 4 Liter. "Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit. Halten Sie pro Person ca. 14 Liter Flüssigkeit je Woche vorrätig." rät aktuell das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Für zehn Tage soll man in manchen Regionen jederzeit gerüstet sein. Das macht dann 20 Liter Wasser pro Person. Sinnvoll ist es, sich mit seinen Nachbarn zusammen zu tun und möglichst Kellerplatz dafür einzuplanen. So kann man auch denjenigen oft helfen, die nicht alleine in der Lage sind, sich ausreichend vorzubereiten – man stelle sich die 80-Jährige Nachbarin vor, wie sie 50 Liter Wasser die Treppe hoch in ihre Zwei-Zimmerwohnung schleppt!

Wasserversorgung ist nicht garantiert

 

Bereits 2018 war die Wasserversorgung regional am Limit - ganze Städte standen kurz davor, kein Trinkwasser mehr zu haben. Einige kleinere Orte mussten damals schon aus Tankwagen versorgt werden.

 

Darüber hinaus starben weite Flächen der deutschen Wälder ab, was die Hitzeentwicklung nur weiter beschleunigte. Und das alles bei einer weit weniger dramatischen Ausgangslage.

Vorsorge, Schutzmaßnahmen und Kampf um Sofortforderungen als Schule des gesellschaftsverändernden Umweltkampfs

  1. Nehmt die Gefahr ernst: Verfolgt die amtlichen Warnmeldungen und Empfehlungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aufmerksam und befolgt sie möglichst.
  2. Vermeidet längere Aufenthalte im Freien: Bei diesen Temperaturen sollte man versuchen, längere Reisen zu meiden und sich nur so lange draußen auzuhalten, wie unbedingt notwendig. Wenn man draußen unterwegs ist, sollte man Schutzmaßnahmen ergreifen und genug Wasser bei sich haben.
  3. Genug trinken: Neben der Fürsorge für einander sollten ältere Menschen, die tendenziell nicht ausreichend trinken, stets Wasser dabei haben und bei hohen Temperaturen notfalls auch einen stündlichen Alarm als Erinnerung setzen, um regelmäßig ein paar Schluck Wasser zu trinken.
  4. Schutz und Kühlung im Freien: Eine Kopfbedeckung im Freien unerlässlich, um einen Hitzschlag zu vermeiden. Der wahre Internationalist nutzt die Gelegenheit, von anderen Kulturen zu lernen: Feuchte "Pali-Tücher" sind durch Verdunstungskälte bestens geeignet, um den Körper zu kühlen.
  5. Innenräume kühlen: Wo aktive Kühlung durch Klimatisierung möglich ist, sollte man in akuten Phasen darauf auch zurückgreifen, allerdings sollte man dann nur soweit kühlen, wie nötig, denn Klimaanlagen sind nur Wärmetauscher – das heißt jede Klimaanlage heizt die Umgebung auf. Tagsüber sollte man auf Lüften möglichst verzichten und dann nachts lüften, sobald die Temperaturen auf ein geeignetes Maß abgesunken sind.
  6. Fenster abdunkeln: Ein erheblicher Teil der Hitze in Innenräumen entsteht durch die Sonneneinstrahlung, deren Energie durch die überhitzte Umgebung nirgendwohin abgeleitet werden kann. Es gilt also, die Fenster nicht nur geschlossen zu halten, sondern auch abzudunkeln. Hier kann man, insbesondere in Dachgeschosswohnungen, darauf zurückgreifen, Rettungsdecken mit der Silbernen Seite nach außen auf die Außenseite der Fenster zu kleben (nie auf die Innenseite, denn sonst kann ein Hitzestau zwischen Folie und Fenster entstehen, der das Fenster schlimmstenfalls zum Bersten bringt), zum Beispiel mit doppelseitigem Klebeband.
  7. Kampf um dringende Gesundheitsschutzmaßnahmen besonders in den Betrieben!
  8. Kampf um ein Sofortprogramm gegen die fortschreitende globale Umweltkatastrophe!
  9. Gebt auf einander acht, seid solidarisch! Und - spätestens wenn man sich wieder im freien aufhalten kann - geht auf die Straße und schließt Euch dem Protest gegen ein System an, dass uns die Luft zum Atmen nimmt! Für einen gesellschatfsverändernden Umweltkampf um eine sozialistische Perspektive!

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

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