Briefwechsel

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Nachlese zur Leipziger Buchmesse im Rote Fahne-Magazin

Im Rote-Fahne-Magazin 10/26 wurde in dem Beitrag "Zu Besuch bei der Leipziger Buchmesse - eine Nachlese" der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergivic gewürdigt. Er, der sich klar gegen Faschismus und Nationalismus positioniert, bekam dieses Jahr den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Ein Leser kritisiert: "Im Artikel wird der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergovic beeindruckend bekannt gemacht, wie er sich gegen Nationalismus und Rassismus positioniert, indem er die Vielzahl der positiven Werte der europäischen Sprachen und Kulturen als das Verbindende zwischen den Menschen herausstellt. Es ist doch die Solidarität der Völker, die eine Waffe gegen Rassismus und Nationalismus ist. Insofern ist für mich nicht nachvollziehbar, warum der Verfasser des Artikels diese Kritik angehängt hat: 'Allerdings handelt es sich bei den Staaten Europas um reaktionäre Staaten.' Das respektiert die Haltung des Schriftstellers nicht und ist in diesem Zusammenhang, in dieser Würdigug von Miljenko Jergovic, eine Nebenseite und fehl am Platz."

 

Der Autor antwortet: "Lieber R., Du kritisierst die Aussage in dem Artikel zur Buchmesse: „Die EU ist ein imperialistisches Staatenbündnis. Die Völker Europas müssen alle Illusionen in diese überwinden, um voranzukommen.“ Dies war nicht als Kritik an dem Preisträger gedacht, sondern bezog sich auf den Gesamtzusammenhang auf der Messe. Hier wurde der Widerspruch deutlich zwischen den fortschrittlichen Bestrebungen und Kämpfen der Völker und der Ausrichtung des Messeschwerpunkts „Donau“ durch Auswärtiges Amt und Bundeszentrale für Politische Bildung. Sie versuchen, den Protest in illusionäre ungefährliche Bahnen der angeblich demokratischen freiheitlichen Werte der EU zu lenken und vor den Karren ihrer imperialistischen Interessen zu spannen. Der Kampf zwischen diesen Polen durchzog die Veranstaltungen. Das wird im Artikel so aber nicht richtig deutlich. Die Widersprüchlichkeit in den Bewegungen fiel zum Teil auch den Kürzungen des Artikels zum Opfer, die nicht richtig geglückt waren. Man hätte nicht ausgerechnet diese Widersprüchlichkeit kürzen sollen. So war am Ende des zweiten Absatzes über den Autor mit den durchaus positiven Recherchen auch die Kritik an ihm, dass er gleichzeitig massiv auf die Integration in die EU orientierte. Darauf hatte sich der von Dir kritisierte Satz bezogen. Herzlichen Gruß