Gesundheits- und Waldbrand-Risiko

Gesundheits- und Waldbrand-Risiko

Hitzewelle – allseitige Auswirkung auf Mensch und Natur

Zum Wochenende droht Europa eine historische Hitzewelle. Temperaturen bis zu 42 Grad sind in Deutschland möglich. Damit steigt auch das Risiko für kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Menschen fragen, was soll alles noch werden, wenn das so weiter geht.

Von dr
Hitzewelle – allseitige Auswirkung auf Mensch und Natur
Extreme Hitze. Foto: Göran Johansson/CC BY NC 2.0

Die globale Gesundheitskrise spitzt sich weiter zu!

„Hitze ist kein reines Wetterphänomen mehr, sie ist ein Gesundheitsnotstand“, warnt Hans Kluge, Europa-Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In den letzten vier Jahren hat die Hitze in Europa 200.000 Todesfälle verursacht. Die hitzebedingte Sterblichkeit ist in den letzten 20 Jahren um 30 Prozent gestiegen. Die Klimakrise und die Zerstörung der Ozonschicht führen zu UV-Belastungen, die so hoch wie in der Sahara sind. Immer weniger Hitze wird in den Weltraum abgestrahlt. Lebende Organismen auf dem Land und im Meer werden zunehmend geschädigt. Augenschäden und Hautkrebs nehmen zu.

Versagen beim Hitzeschutz

An der extremen Hitzewelle in 2003 starben 70.000 Menschen. Doch erst ab 2020 erstellten Kommunen in Deutschland Hitzeaktionspläne. Fertig sind sie in vielen Städten noch lange nicht, wie in Essen und Gelsenkirchen. Ein Programm der Regierung förderte die Dachbegrünung, die Anschaffung von Jalousien und Sonnensegel und Kompetenzaufbau beim Pflegepersonal. Schon 2023 verkleinerte die damalige Ampelregierung den Fördertopf. Seitdem finanziert die Bundesregierung nur noch Modellprojekte und das Programm ist kaum mehr wirksam. Eine einzige Katastrophe und Verhöhnung des engagierten und chronisch überlasteten Pflegepersonals! Die sechs größten Wohlfahrtsverbände forderten deshalb schon im vergangenen Jahr 10 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur für Klimaschutz und -anpassung sozialer Einrichtungen. (2) Passiert ist wenig. Stattdessen wird das Geld für die Kriegsvorbereitung verpulvert. Dringend werden kostenfreie kühle Räume, Trinkwasserbrunnen, Klimatisierung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kindergärten und verpflichtende Hitzeaktionspläne der Kommunen benötigt. Statt mehr ausgedehnter Grünzonen, Parkanlagen und Entsiegelung von Flächen, wie es die MLPD in ihrem Kampfprogramm fordert, genau das Gegenteil. (3) In ihrer jährlichen Erhebung stellte die Deutsche Umwelthilfe fest, dass mehr als 900.000 Bäume in den vergangenen sieben Jahren aus den untersuchten 195 Städten verschwunden sind. Zudem nimmt in allen untersuchten Städten die Versiegelung zu. (4) Der Kampf um Sofort- und Schutzmaßnahmen gehört in den Betrieben und der Kommunalpolitik auf die Tagesordnung.

Tiefer menschenverachtender Betrug

Reaktionäre bis faschistische Leugner der globalen Umweltkatastrophe posten aktuell verantwortungslos alte Schlagzeilen der Bildzeitung. Da wird eine im inneren Gehäuse in der Bahnhofsuhr von Wanne-Eikel 1957 gemessene Temperatur von 56 Grad als „Beweis“ angeführt, dass es in Deutschland schon früher sehr heiß war. Dabei liegt die jemals in Deutschland höchste Temperatur bei 41,2 Grad. Mit solchen manipulativen und betrügerischen Methoden wollen diese Leute verunsichern und die Klimakatastrophe als Erfindung und „Klima-Narrativ“ leugnen. Einzelne frühere heiße Tage widerlegen noch lange nicht, dass sich das Klima in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat. Und das ist gut belegt! (5) Umwelt- und antifaschistische Bewegung müssen diesen Demagogen und deren Hintermännern in den Monopoletagen offensiv entgegentreten.

Die globale Umweltkatastrophe reift weiter aus

Verheerende Waldbrände haben dieses Jahr in Spanien früh begonnen. Die verbrannte Fläche ist 2,8-mal so groß wie im gleichen Zeitraum 2025 und liegt 24,9 % über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Griechenland kämpft gegen den ersten großen Waldbrand 2026 auf Euböa. Die Hitzewelle verstärkt die Schmelzrate der Alpengletscher, die schon Jahre durch heiße Sommer und kürzere Winter massiv schrumpfen. Wichtige Wasserreservoire gehen bis 2050 unwiederbringlich verloren. Anhaltende Hitze und Dürre führen zu erheblichem Trocken- und Hitzestress bei Kulturpflanzen, was zu Ernteeinbußen und Futtermangel führt. Faschismus und imperialistische Kriege sorgen dafür, dass die globale Umweltkatastrophe dramatisch fortschreitet.

Was tun?

Berechtigt machen sich die Menschen Sorgen, wie es weiter geht. Immer mehr Menschen erfahren empfindliche Beeinträchtigungen ihres Lebens und die globale Umweltkatastrophe wird die Menschheit vor nie gekannte Herausforderungen stellen. Ein entschlossener Kampf um Reformen und Sofort- und Schutzmaßnahmen gegen die Hauptverursacher der globalen Umweltkatastrophe, das alleinherrschende internationale Finanzkapital, ist notwendig. Er hebt aber nicht die im Imperialismus gesetzmäßige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur für Maximalprofite und die Macht der Hauptverursacher auf. Dazu braucht es eine von Ausbeutung von Mensch und Natur befreite Gesellschaft, den echten Sozialismus. Er wird die Menschheit auch von Faschismus und Krieg befreien.