Eine Richtigstellung

Eine Richtigstellung

Faschistische Betriebsratslisten

In der Pressemeldung der MLPD zur Betriebsratswahl und im Interview von Gabi Fechtner vom 18. Mai 2026 steht, dass das faschistische „Zentrum“ bei den Betriebsratswahlen 22 Mandate erhalten hat. Tatsächlich erhielten die Liste in Konzernbetrieben insgesamt 30 Mandate.

Ein Genosse aus Stuttgart kritisiert dazu: „Dieser Artikel bzw. die Pressemitteilung ... führt durch eine undifferenzierte Betrachtung zu einer Unterschätzung der faschistischen Gefahr. ... Ich teile vollkommen, dass die Arbeiter in den Industriebetrieben den Faschisten eine Abfuhr erteilt haben, insbesondere in Betrieben, wo die Gewerkschaften stark sind und die MLPD seit Jahrzehnten aktiv ist ... Aber andere Ziele, wie das der bundesweiten Bekanntheit, des Erscheinens in bürgerlichen Medien, der Vernetzung, des Ausbaus in der Fläche sind ihnen gelungen und daran werden sie weiter arbeiten. Hinsichtlich dessen, eine faschistische Betriebsorganisation aufzubauen und zu systematisieren, sind ihnen Fortschritte gelungen, die zur akut faschistischen Gefahr beitragen. Das wird durch den Artikel/die Pressemitteilung unterschätzt, betrifft aber die nachhaltige Wirkung der BR-Wahl-Kampagne.“

 

Darauf antwortet ein Genosse der zuständigen ZK-Abteilung, der die Mandate analysiert hatte: „Vielen Dank für deine Kritik an der Pressemitteilung zu Betriebsratswahlen und faschistischem ,Zentrum'. Sie ist berechtigt und wichtig, was die Zahl der konkreten Mandate faschistischer Listen angeht. Ich halte aber deine Beurteilung der Wahlen für einseitig und die diesbezügliche Kritik für hauptsächlich nicht richtig." 

Zur Fehldarstellung von 22 statt 30 Mandaten schreibt er: "Das weicht der Objektivität der Betrachtung subjektivistisch aus und zeigt die Unterschätzung der faschistischen Gefahr, ob man will oder nicht. Wir müssen ja wissen, welchen Einfluss die Faschisten im Industrieproletariat einnehmen ... 

Zur Qualifizierung des Einflusses der AfD in der Arbeiterklasse können wir aus den BR-Wahlen den Schluss ziehen, dass durch den persönlichen Einfluss unserer Genossen, kämpferischer Gewerkschafter und angesichts des täglichen Klassenkampfs und des viel unmittelbareren Kampfs um die Denkweise im Betrieb, die gesamtgesellschaftliche Meinungsmanipulation weniger wirken kann. Dennoch hast du recht, dass wir den Einfluss der kleinbürgerlich-faschistischen Denkweise nicht unterschätzen dürfen.

Es steht aber auch ausdrücklich in der Pressemitteilung, dass die 'faschistische Gefahr weiter sehr ernst genommen' werden muss. Wir halten es auch für richtig, dass 'die selbst gesteckten Ziele der faschistischen Listen insgesamt klar verfehlt wurden.'"

Herzliche Grüße"