ARD bietet ihm Plattform
Dieter Nuhr und die Frauenmorde
Dieter Nuhr macht seinem Namen als Rechtsaußen-Comedian alle Ehre.
Für seine geschmacklosen und diskriminierenden Witze gegen Minderheiten bietet ihm die ARD trotzdem eine Plattform zu besten Sendezeiten. Es sind neben Geflüchteten, immer wieder Frauen, Lesben, Schwule und Transpersonen, die ihm Stoff für seine Feindseligkeiten und Plattitüden liefern.
Weil vermutlich viele Menschen sich seine Sendungen ersparen, dauerte es ein paar Tage, bis seine jüngsten Ausfälle vom 18. Juni bekannt wurden – und breiten Protest hervorriefen. Zu der steigenden Gewalt gegen Mädchen und Frauen und hundertfachen Femiziden fiel ihm ein, dass bedauerlicheweise die Täter meistens Männer sind. Aber: es gebe doch Millionen Männer, die ihre Frauen nicht umbringen. Das Risiko für deren Partnerinnen sei demnach gleich Null.
Und überhaupt: Eigentlich sind die Opfer selber schuld. Nuhrs Rat: „Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr einfach erst mal kennenlernt.“ Zwar sind 87 Prozent der Frauenmörder aktuelle oder frühere Partner der Mordopfer – diesen also wohl bekannt. Aber Nuhrs Freispruch für die Täter unterstreicht die jetzt immer drängenderen Forderungen, ihn aus den öffentlich-rechtlichen von uns allen finanzierten Sendeanstalten auszusperren.