Fußball-WM
Deniz Undav und seine kurdisch-jesidischen Wurzeln
Deniz Undav, der torgefährliche Stürmer des VfB Stuttgart und der Top-Scorer der deutschen Nationalmannschaft bei der bisherigen WM, steht sportlich im Rampenlicht. Der in Niedersachsen geborene Angreifer bekennt sich zu seinen kurdisch-jesidischen Wurzeln.
Die Jesiden (auch Yeziden genannt) sind eine alte religiöse Minderheit innerhalb der Kurden. Sie wurden und werden in ihrer Heimatregion (vor allem in der Türkei, Syrien und im Irak) massiv verfolgt. Besonders traumatisch war der Genozid durch den faschistischen Islamischen Staat (IS) 2014 im Nordirak, bei dem Tausende Jesiden ermordet, versklavt oder vertrieben wurden. Auch in der Türkei leiden jesidische Familien unter Diskriminierung und Vertreibung, weshalb viele – wie Undavs Großvater nach dem Militärputsch 1980 – nach Deutschland flohen.
Das Bekenntnis zu diesen Wurzeln brachte ihm heftige rassistische Angriffe ein, – vor allem aus Teilen der türkisch-nationalistischen und türkisch-faschistischen Szene. Höhepunkt war im Oktober 2025 das Europa-League-Spiel gegen Fenerbahçe Istanbul: Undav wurde von „Fans" mit Beleidigungen wie „Verräter" und „Terrorist" überschüttet, weil er sich offen zu seiner Herkunft bekennt. Die Hetze setzte sich auch online fort.
Umso stärker wirkt da ein Moment bei der WM 2026. Nach seinem Tor gegen Curaçao begann Undav einen traditionellen kurdischen Halay bzw. Govend-Tanz – eine Geste der kulturellen Identität. Antonio Rüdiger schloss sich an und tanzte mit. Der Real-Madrid-Star sandte damit ein klares Zeichen der Solidarität. Gerade im heutigen Profifußballl nicht selbstverständlich.