Kommunistische Partei Iran (Komala)

Kommunistische Partei Iran (Komala)

Afghanische Frauen gegen Unterdrückung – für Bildung, Arbeit und Freiheit

Die blutige Niederschlagung einer Protestversammlung von Frauen am Dienstag, dem 9. Juni, in der Siedlung Jebrail in der Provinz Herat in Afghanistan hat erneut das wahre Wesen der Taliban-Herrschaft gegenüber dem Kampf der Frauen für das Recht auf Leben, Bildung, Arbeit und Freiheit offengelegt.

Veröffentlichung der Kommunistischen Partei Iran ( Kommeler) vom 12. Juni 2026

Beim Angriff der Taliban-Kräfte auf die Protestkundgebung kamen infolge gezielter Schüsse mindestens eine Frau und ein Kind ums Leben. Die Demonstration war als Protest gegen das organisiert worden, was die Teilnehmerinnen als zunehmende Diskriminierung und immer schärfere Einschränkungen gegen Frauen bezeichnen. Das Geschehen stellt einen deutlichen Ausdruck der Beziehung dar, die zwischen einer reaktionären Macht und den unterdrückten Massen – insbesondere den Frauen – besteht. Daher muss diese Repression im Rahmen der heute in Afghanistan herrschenden ökonomischen, gesellschaftlichen und ideologischen Verhältnisse analysiert werden.

 

Die Taliban haben eine Herrschaftsstruktur aufgebaut, in der kapitalistische Produktions- und Gesellschaftsverhältnisse mit islamischer Ideologie und einer überkommenen patriarchalen Kultur eng verflochten sind. In einer solchen Ordnung gehört die Kontrolle über den Körper und das Leben der Frauen zu den Mechanismen, mit denen die bestehende Herrschaft gesichert und reproduziert wird. Die Verweigerung von Bildung, Erwerbsarbeit und gesellschaftlicher Teilhabe hält Frauen in einer Situation wirtschaftlicher und sozialer Abhängigkeit. Gleichzeitig werden dadurch die Grundlagen patriarchaler und männlicher Vorherrschaft weiter gefestigt.

 

Unter solchen Bedingungen kommt den linken und kommunistischen Kräften – sowohl in Afghanistan als auch auf internationaler Ebene – eine besondere Bedeutung zu. Solidarität mit den Kämpfen der Frauen und deren Verteidigung sind notwendig, reichen jedoch allein nicht aus. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr das Bemühen, die verstreuten Kämpfe miteinander zu verbinden, das Klassenbewusstsein zu fördern und zur Bildung unabhängiger Arbeiter- und Volksorganisationen beizutragen – Organisationen, die in der Lage sind, diese Widerstandsformen in eine organisierte und dauerhafte Kraft zu verwandeln.

 

Gleichzeitig muss auch die Rolle der imperialistischen Mächte bei der Entstehung der gegenwärtigen Situation in Afghanistan berücksichtigt werden. Die Rückkehr der Taliban war nicht allein das Ergebnis innerer Entwicklungen, sondern vollzog sich vor dem Hintergrund jahrzehntelanger ausländischer Interventionen sowie der Rivalität globaler und regionaler Mächte. Obwohl der Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte zum Zusammenbruch der vorherigen Regierung führte, bleibt Afghanistan weiterhin in die geopolitischen Interessen verschiedener Mächte eingebunden.

 

Der Kampf der afghanischen Frauen muss als untrennbarer Bestandteil des weltweiten Kampfes gegen Ausbeutung, Herrschaft und die vielfältigen Formen der Unterdrückung verstanden werden. Dieser Kampf beschränkt sich nicht allein auf die Rechte der Frauen, sondern richtet sich gegen alle Formen von Unterdrückung, Diskriminierung und Ungleichheit, die die unterdrückten Menschen Afghanistans in ihren Fängen halten. Jede Kugel, die auf protestierende Frauen abgefeuert wird, ist ein Versuch, eine Stimme zum Schweigen zu bringen, die sich zu einer breiten und gesellschaftlich wirksamen Kraft entwickeln kann. Doch die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass solche Stimmen nicht zum Schweigen gebracht werden können.