Dokumentiert von www.evrensel.net
Der Widerstand der Özşen-Bergarbeiter hat Erfolge gebracht
Das türkische Nachrichtenportal Evrensel.net berichtet aus Edirne. Rote Fahne News dokumentiert Auszüge.
Der Widerstand der Özşen-Bergarbeiter unter dem Dach der Gewerkschaft „Bağımsız Maden-İş“ endete mit einer Einigung mit dem Kapitalisten und den staatlichen Stellen. Die Arbeiter feierten ihren Sieg gemeinsam mit ihren Familien vor dem Bergwerk.
Der Widerstand der Arbeiter des Bergwerks Özşen, das zur Kiremitçiler-Gruppe gehört, wegen ausstehender Löhne und ungerechtfertigter Entlassungen, endete am Mogen des 27. Tages mit einem Sieg. 24 Arbeiter waren in den Hungerstreik getreten. Nach dem erfolgreichen Ausgang des Widerstands kam es am 16. Juni bei der Feier auf dem Bergwerksgelände zu ausgelassenen Szenen. Başaran Aksu, Organisationsbeauftragter der Gewerkschaft „Bağımsız Maden-İş“, wandte sich bei der Veranstaltung an die Arbeiter und betonte, dass dieser Sieg nicht nur für die Arbeiter von Özşen, sondern für alle Arbeiter in der ganzen Türkei einen wichtigen Schritt darstelle.
Im Rahmen der erzielten Vereinbarung wurde beschlossen, dass die seit Februar ausstehenden Überstundenzuschläge, die Löhne der Bergleute sowie die anderen ausstehenden monatlichen Lohnforderungen der im Bergwerk festsitzenden Arbeiter vorrangig ausgezahlt werden. Der wichtigste Erfolg in diesem Prozess war jedoch die Beseitigung der unter dem Vorwand des Insolvenzverfahrens geschaffenen Unsicherheit und der willkürlichen Praktiken des Bergwerkskapitalisten.
Während sich Kiremitçiler verpflichtete, keine Arbeiter wegen ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft und ihrer gewerkschaftlichen Betätigung aus gewerkschaftlichen Gründen zu entlassen, wurde beschlossen, dass die Gewerkschaft „Bağımsız Maden-İş“ am Arbeitsplatz ein Vertretungsbüro einrichten darf. Die Vertreter werden nach den am Arbeitsplatz stattfindenden Wahlen in den Kontrollausschuss berufen. Durch diesen Schritt wurde die faktische gewerkschaftliche Anerkennung erreicht.