Stadtversammlung

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Widersetzen Erfurt: "Jeder kann seine Denkweise verändern und wir müssen mit jedem diskutieren"

Am gestrigen Dienstag, dem 16. Juni 2026, fand mit 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die große Stadtversammlung von Widersetzen Erfurt statt.

Von der MLPD Thüringen
Widersetzen Erfurt: "Jeder kann seine Denkweise verändern und wir müssen mit jedem diskutieren"
(rf-foto)

Seit Wochen laufen dazu jeden Samstag Haustürgespräche. Inzwischen haben die Aktivistinnen und Aktivisten an 15.000 Türen geklingelt und dabei tausende Gespräche  geführt. Das trug deutlich dazu bei, dass sich die Stimmung in der Stadt beginnt, zu verändern.

 

Während in den Medien vor dem "größten Polizeieinsatz in der Geschichte Thüringens" gewarnt wird und Schulen ankündigen, Zeugnisse früher auszugeben (obwohl die größten Proteste erst am Samstag sind!) - positionieren sich immer mehr Leute gegen den AfD-Parteitag und sind bereit, dafür aktiv zu werden.

 

Die Moderatoren der Stadtversammlung machten klar, dass es nicht nur um die Verhinderung des Parteitags geht: "Jetzt ist Zeit, die faschistische Machtübernahme zu verhindern". Das Ziel von Widersetzen ist es, am 4.7. mit Zehntausenden Menschen alle Zufahrtswege zu blockieren. Als Vorbild wurden die Proteste von "Dresden Nazifrei" 2010 genannt, als es gelang, Europas damals größten Faschistenaufmarsch zu verhindern.

 

Ein junger Auszubildender von den "Azubis gegen Rechts" hielt einen bemerkenswerten Redebeitrag. Er sagte vor den 800 Teilnehmern unter mehrfachem Zwischenapplaus u.a.: "Der antifaschistische Widerstandskämpfer Willi Dickhut, der auch im KZ saß, hat uns mit auf den Weg gegeben, dass antifaschistischer Kampf nicht nur heißt, Parteitage von Faschisten zu blockieren, sondern auch richtig den weltanschaulichen Kampf gegen ihre Ideologie zu führen. Denn für mich ist klar: Jeder kann seine Denkweise verändern und wir müssen mit jedem diskutieren! Deswegen habe ich mit meinen Azubikollegen, die rechte Sprüchen machten, gestritten und bin hart mit ihnen ins Gericht gegangen. Wir haben darüber gesprochen, was die Nazis mit den Juden gemacht haben, was überhaupt Fachismus ist und warum er seine Wurzel im Kapitalismus hat."

 

Er zitierte dann Georgi Dimitroffs Faschismus-Definition* und schloss mit den Worten: "Deshalb ist die AfD keine Arbeiterpartei, auch wenn sie sich gerne so darstellt. Wenn
demokratische und fortschrittliche Kräfte gespalten bleiben, profitieren die Rechten. Um die erneute Errichtung einer faschistischen Diktatur in Deutschland zu verhindern, brauchen wir auch heute eine breite Einheitsfront gegen den Faschismus – von Religion bis Revolution, von Gewerkschaftern über Studierende bis hin zu allen Menschen, die in diesem Land leben und auch nur ein bisschen demokratisches Grundverständnis haben. Alle Zusammen gegen den Faschismus!"

 

Adam, ein Geflüchteter aus Syrien, sprach kämpferisch: "Wir lassen dem Faschismus keinen Platz und werden es nicht zulassen, dass Ausnahmen zur Normalität werden!"

 

Die Bedeutung dieser Stadtversammlung geht weit über den AfD-Parteitag hinaus! Hier ist etwas Neues am Entstehen. Die akute faschistische Gefahr in Deutschland rüttelt viele Menschen wach, fordert sie heraus, mobilisiert sie und macht offen für Diskussionen über Ursachen und Ausweg.

 

Jetzt sind es noch gut zwei Wochen bis zu den großen Protesten. MLPD und REBELL mobilisieren bundesweit und werden am 4.7. bei den verschiedenen Demonstrationen und Kundgebungen aktiv dabei sein.

 

Keinen Fußbreit den Faschisten!

 

* Der VII. Weltkongress der Komintern bekräftigte die von Georgi Dimitroff, dem Vorsitzenden der KI, formulierte Definition des Faschismus als „die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“.