Fußball-WM
Weltmeisterschaft im Schatten von ICE
Es ist gerade ein Jahr her, dass die faschistische ICE in Los Angeles/Kalifornien wütete. Der Widerstand der Massen war in Los Angeles vom ersten Tag an ausgeprägt. Nun ist „L.A.“ ein Austragungsort der Fußball-WM und Trump lässt ICE als Teil der Sicherheitsorgane auffahren. Aber auch der Widerstand ist vorbereitet.
Es sind eben nicht nur die Touristen, die Angst haben müssen, etwas „Falsches“ in den Sozialen Netzwerken gepostet zu haben. Mit der Meinungsfreiheit ist es generell nicht mehr weit her im selbsternannten Land der Freien und Heimat der Tapferen. Der Mut aber lebt noch: "Wir tragen die historische Verantwortung, unsere Gemeinschaft zur Selbstverteidigung zu organisieren", sagt Ron Gochez, Organisator beim Krisenreaktionsnetzwerk "Unión del Barrio", gegenüber ntv. "Während die Trump-Regierung Tausende weitere ICE-Agenten eingestellt hat, haben auch wir mehr Menschen für die Selbstverteidigung der Gemeinschaft gewonnen. Wenn sie unsere Gemeinschaften weiterhin angreifen, werden sie auch weiterhin auf heftigen Widerstand seitens der Bevölkerung stoßen." Die „Unión del Barrio“ (spanisch „Nachbarschaftsvereinigung“) entstand auch nicht erst im Kampf gegen ICE – bereits seit 1981 leistet die Gruppe Widerstand gegen die US-Migrationspolitik und Polizeigewalt.
Dass diese Politik unter Trump eine neue kriminelle Qualität angenommen hat, ist dennoch offensichtlich. Zwar behauptet das ursprünglich unter Präsident George Bush Jr. nach den Anschlägen vom 11. September gegründete US-Ministerium für Heimatschutz (DHS), dass ICE zu "fast 70 Prozent" verurteilte Straftäter und Angeklagte inhaftieren würde, aber erstens sind schon 30 Prozent unschuldige Inhaftierte ein Skandal und zweitens belegt ein internes Memo des DHS, dass nur 14 Prozent der fast 400.000 Personen, die zwischen dem 21. Januar 2025 und dem 31. Januar 2026 in den USA von ICE verschleppt wurden, wegen Gewaltverbrechen angeklagt oder verurteilt worden waren.
Trotzdem berichtet die "New York Times", dass das Trump-Regime erklärt, ICE bei WM-Spielen einzusetzen, wenn auch angeblich nicht für Razzien. Dagegen organisieren auch die Arbeiter Widerstand: So hatte die Gewerkschaft, welche die 2000 Arbeiter des SoFi Stadiums in Los Angeles vertritt, vor rund einer Woche für einen Streik gestimmt. Erst nachdem Garantien gegeben wurden, dass die Agenten der Behörde keine Festnahmen rund um das Stadion vornehmen würden, ließ die Gewerkschaft von dem Streik ab. Dagegen traute sich die FIFA vor der jetzigen WM nicht, bei Trump ein Verbot von ICE-Agenten rund um alle Stadien und Fanfeste zu erwirken. Es mangelt den Bonzen des Sports aber nicht nur an Mut – vergangene Fußball-Ereignisse haben immer wieder gezeigt, dass die Magnaten des Profisports keine Skrupel kennen. Die Gewerkschafter des SoFi Stadiums sind denen allemal überlegen, denn sie haben sowohl Mut als auch Moral.