Recht auf Hitzefrei
Umfassende Schutzprogramme gegen extreme Hitze im Betrieb gilt es durchzusetzen
Die Menschen, insbesondere in den Betrieben, stöhnen unter der aktuellen extremen Hitzewelle. „Ein Recht auf Hitzefrei existiert in Deutschland (jedoch) nicht“. (1)
Es ist deshalb zu begrüßen, dass die Linkspartei in einem Antrag an den Bundestag „hitzefrei“ für Beschäftigte und einen angemessenen Sonnen- und Hitzeschutz am Arbeitsplatz fordert. (2) Sie verweist darauf, dass „die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Hitze und Sonnenlicht … auf ein neues Rekordhoch von über 90.000 (stiegen). Gleichzeitig haben sich die Hautkrebsfälle in Deutschland über die vergangenen Jahrzehnte vervielfacht. Ein entschlossener Klimaschutz kann die Risiken langfristig abmildern.“
Extreme Hitze gefährdet die Gesundheit
Nach dem DAK-Gesundheitsreport 2024 sehen sich über zwei Drittel der Erwerbstätigen durch Extremtemperaturen am Arbeitsplatz in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) fand heraus, dass an Tagen mit 30 Grad Höchsttemperatur sieben Prozent mehr Beschäftigte als an Tagen zwischen zehn und 15 Grad bei der Arbeit verunglückten. (1)
Angesichts der Zunahme von Extremtemperaturen und Hitzewellen ist die „Technische Regel für Arbeitsstätten“ ASR A3.5 völlig unzureichend, ja gesundheitsgefährdend: ab 26 Grad soll der Betrieb Schutzmaßnahmen ergreifen; erst ab 30 °C muss z.B. für Jalousien, Nachtauskühlung oder Ventilatoren gesorgt werden; über 35 Grad ist ein Raum ohne Schutzmaßnahmen nicht mehr arbeitstauglich.
Die MLPD fordert als Sofort- und Schutzmaßnahmen
„Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, Klimatisierung von Arbeitsstätten und öffentlichen Gebäuden auf der Grundlage erneuerbarer Energien. Vermeidung und Rückbau energiefressender Klimaanlagen, Nutzung traditioneller Bauweisen. Keine Arbeit (außer notwendigen Bereitschaftsdiensten) und keinen Schul- und Universitätsunterricht bei Temperaturen über 30 Grad Celsius! Gesetzliche Schutzprogramme für Arbeitende im Freien!“ (3)
Das müsste doch eigentlich jedem Menschen einleuchten. Doch nicht den Kapitalisten, deren Manager in gekühlten Räumen sitzen. Kostenlose Getränke und die ein oder andere Maßnahme okay. Aber umfassende Maßnahmen? Bei diesem Gedanken kommen diese Herren ins Schwitzen: was das kostet und vom Profit abgeht – nicht auszudenken.
Schützenhilfe von der AfD
Diese ist von den Hitzerekorden in Deutschland völlig unbeeindruckt. Wider jeglicher wissenschaftlicher Erkenntnisse, leugnen diese Leute die dramatisch fortschreitende globale Klima- und Umweltkatastrophe. Natürlich auch, weil sonst klar würde, dass diese von immer mehr imperialistische Länder angeheizt wird, die von ihren faschistischen Freunden regiert werden. So forderte vor kurzem in der Hamburgische Bürgerschaft der AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann eine 180-Grad-Wende in der Klimapolitik, mit der Begründung: „Die von Klimahysterikern über Jahre an die Wand gemalte Klimaapokalypse findet nicht statt“. (4)
Die Betriebsgruppen der MLPD werden deshalb die Diskussion und Organisierung von Kampfmaßnahmen für wirkungsvolle Schutzmaßnahmen mit der Aufklärung über die kapitalistischen Ursachen und menschenverachtenden Rolle der AfD verbinden. Der Kampf um Schutzmaßnahmen muss auch damit verbunden werden, für einen gesellschaftsverändernden Umweltkampf einzutreten. Die Eindämmung der globalen Umweltkatastrophe setzt die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus voraus!
Die Hitzewelle wird von heftigen Unwettern begleitet
Unwetter haben in der Nacht zu Samstag in verschiedenen Regionen Deutschlands für Schäden und Verletzte gesorgt. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg etwa rückten in der Nacht Feuerwehren dutzende Male etwa wegen Schäden durch Unwetter aus. Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests in Rastatt südlich von Karlsruhe wurden neun Menschen verletzt, einer davon schwer. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor den Gewittern und mahnt, man solle sie ernster nehmen.