Aachen

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Beim Streik der Beschäftigten in der Süßwarenindustrie

Heute war ein wichtiger Tag für mich, weil ich gelernt habe, dem Leben von Arbeitern aus der Süßwarenindustrie in Deutschland zuzuhören und mit dem Streik mitzumachen, Solidarität zu zeigen.

Korrespondenz

Ich war mit den Kolleginnen und Kollegen in Aachen unterwegs, um den Streik von Arbeitern von Lindt und anderen Süßwarenherstellern aus Aachen zu unterstützen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter kommen aus verschiedenen Bereichen und Tätigkeiten, aber sie müssen alle mehr Geld verdienen. Ihr Motto ist: „Alles teuer, mehr Geld."


Die Arbeiterinnen und Arbeiter, mit denen ich geredet habe, kommen ursprünglich aus verschiedenen Ländern (Türkei, Russland, Polen, Somalia, Deutschland). Manche arbeiten in der Schokoladenherstellung, manche backen Kekse, manche sind in der Technik bei der Herstellung von Keksen und Schokolade beschäftigt.

 

Eine Arbeiterin hat mir erzählt: „Gott sei Dank arbeiten meine Kinder nicht in Fabriken. Da verdient man so wenig." Sie ist diejenige, die aus der Türkei kommt, seit Anfang der 1990er-Jahre in Deutschland lebt und mir erzählt hat, dass die Saisonarbeiter bei Lindt dieses Jahr noch keine Arbeit haben, weshalb die Festangestellten mehr arbeiten müssen.


Eine erzählt, dass sie Teamleiterin der Qualitätskontrolle ist. Einer sagt, seine Frau verdient weniger als er. Deswegen ist er solidarisch mit ihr hier. Das Paar kommt ursprünglich aus Russland. Von einer anderen höre ich, dass sie seit 30 Jahren in dieser Firma arbeitet. Wieder eine andere hat mir erzählt, dass der Streik zweimal im Jahr stattfindet. Die letzte Tarifverhandlung war, wie sie sagt, erfolgreich – sie haben 230 Euro mehr bekommen – aber das war vor zwei Jahren, und seitdem ist alles so teuer geworden.


Überwiegend waren es Frauen, mit denen ich gesprochen habe. Sie waren unterschiedlichen Alters. Ich fragte auch, ob sie in den Urlaub fahren und so, und die meisten sagten, dass sie es sich nicht leisten können, nicht mal einmal im Jahr.


Ich habe mehr von ihnen gelernt und mehr über Deutschland erfahren als in all den Gesprächen mit kleinbürgerlichen Leuten.