Palästina
Zwei palästinensische Fußballerinnen verschleppt - keine Solidarität vonseiten des DFB
In den frühen Morgenstunden des 2. Juni überfielen israelische Besatzungssoldaten das Studentenwohnheim der Birzeit Universität im von Israel besetzten palästinensischen Westjordanland. Sie verschleppten vier Studentinnen.
Unter ihnen ist Natalie Abu Diya, Sie spielte für das Frauen-Nationalteam Palästinas, Mitglied der FIFA. Am selben Tag verschleppten israelische Soldaten auch Rand Halawani ins Ost-Jerusalem. Auch sie ist Nationalspielerin Palästinas. Sie wurde inzwischen aus der Haft entlassen, aber unter Hausarrest gestellt.
Dima Yousef, die Sprecherin des palästinensischen Fußballverbands PFA, bezeichnete die Verschleppung von Halawani und Abu Diya als Teil einer „systematischen Verfolgung palästinensischer Sportler“.
Israel bezeichnet seine gewaltsamen Verschleppungen von Palästinensern lapidar als „Festnahmen“. Eigens für Palästinenser unter israelischer Besatzung wurde das Konzept der „Administrativhaft“ eingeführt: Eine Gefangenschaft ohne Vorwurf, Anklage, juristischen Beistand oder Prozess. Tatsächlich gibt es keine rechtliche Grundlage für diese Form der Gefangenschaft.
Der DFB ignoriert die Entführungen, reagierte nicht auf eine Presseanfrage. Ein Mitglied aus dem DFB-Präsidium, das anonym bleiben möchte, gibt zu verstehen: „Zu Israel sollen wir uns grundsätzlich nicht äußern.“ Der israelische Sportverband IFA ist laut DFB ein enger Partner des DFB. Der israelische Fußballverband arbeitet eng mit Israels Militär zusammen und veranstaltet Spiele zu Ehren der israelischen Armee.
Natalie Abu Diya befindet sich weiter in israelischer Gefangenschaft. Nicht irgendwo. Sondern im berüchtigten Folterlager Ofer. Laut Amani Sarhanneh, Sprecherin der Palästinensischen Gefangenenvereinigung, verschlechtere sich ihr gesundheitlicher Zustand.
Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Israel, verurteilte die Verschleppung scharf: „Wir fordern die sofortige Freilassung von Natalie. Sie reiht sich nun in die Tausenden von Palästinensern ein, die ohne Anklage und ohne Prozess in israelischen Militärgefängnissen festgehalten werden.“