Nahostkrieg

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Trump sagt angekündigte Angriffe auf den Iran ab

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag Nachmittag heftige Angriffe auf Iran angekündigt. Er wolle das iranische Regime durch Bomben an den Verhandlungstisch zwingen, um einen Deal abzuschließen.

Am Abend dann sagte er die geplanten Attacken, unter anderem die Eroberung der Insel Charg, wieder ab. Trump erklärte auf seiner Onlineplattform, Grund seien Gespräche mit dem Iran auf höchster Ebene. Es gebe Fortschritte in den Verhandlungen zur Verlängerung der "brüchigen Waffenruhe". Die Gespräche nähern sich angeblich einer Vereinbarung zwischen USA, Iran, Israel und anderen regionalen Verbündeten. Nach der Absage der Angriffe fielen die Ölpreise. Die Nordseesorte Brent fiel am Abend unter die Marke von 90 US-Dollar je Barrel. Das waren fast 4 Prozent weniger als am Vorabend.

 

Zuvor hatte Trump mit massiven Angriffen auf Iran in der Nacht gedroht. Die USA würden das Land "sehr hart" treffen, schrieb er auf Truth Social. Tagsüber hatte es zunächst eine neue Eskalation gegeben. Nach Angriffen der USA auf iranische Ziele erklärte Iran, es habe die Straße von Hormus komplett gesperrt, was die USA wiederum dementierten. 

 

Seit die USA und Israel im Februar den neuerlichen Nahostkrieg vom Zaun gebrochen haben, waren zum einen immer mehr Länder in diesen gefährlichen Konflikt hineingezogen worden, zum anderen hatte Trump mehr als 30 Mal verkündet, ein Abkommen mit dem Iran zur Befriedung des Kriegs stünde unmittelbar bevor. Diesmal lautete die Ansage, dass "endgültige Punkte im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt worden seien", darunter die Vereinigten Staaten, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere.

 

Irans politische Führung dementierte kurz vor Mitternacht Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA. Die US-Strategie mit militärischen Drohungen und ständig wechselnden Verhandlungspositionen erschwere die Gespräche. Streitpunkte sind das iranische Atomprogramm, der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, der Krieg im Libanon, Sanktionen gegen Iran und eingefrorene iranische Vermögen im Ausland.

 

Die israelische Regierung hat nach eigenen Angaben eine Zusage von den USA bekommen, dass israelische Sicherheitsinteressen berücksichtigt würden. Irans Raketenproduktion werde eingeschränkt und Iran werde die Hamas und die Hisbollah-Miliz nicht mehr unterstützen. Es ist nicht wahrscheinlich, dass der Iran das umsetzt.

 

Israel setzt seinen Feldzuig gegen die Bevölkerung im Libanon fort. "Ungeachtet einer vereinbarten Waffenruhe" ist zur Zeit eine in vielen Medien ständig wiederholte Floskel. In der Küstenstadt Tyrus ermordete die israelische Armee vorgestern acht Menschen und verletzte mehr als 30 schwer. Der Angriff erfolgte vor einer Warnung der Bevölkerung, dass Israel die Hisbollah-Miliz angreife und die Bewohner die Stadt verlassen solle. Israels Vorgehen im Libanon gleicht sehr stark dem Vernichtungsfeldzug gegen die palästinensische Bevölkerung im Gaza.