Fahrradurlaub: Erbitterter Kampf um die Befreiung Lothringens

Fahrradurlaub: Erbitterter Kampf um die Befreiung Lothringens

„Sie gaben ihr Morgen, um uns unser Heute zu geben“

Unsere Radtour von der Moselquelle in den Vogesen (Frankreich) bis zu ihrer Mündung in den Rhein in Koblenz führte uns auch an bedeutenden historischen Orten vorbei, wie dem kleinen Ort Corny-sur-Moselle.

Korrespondenz aus Rostock
„Sie gaben ihr Morgen, um uns unser Heute zu geben“
Das Monumemt in Corny-sur-Moselle (rf-foto)

Wo heute ein idyllischer Radweg direkt an der Mosel führt, war vor 82 Jahren die kriegerische Hölle des Zweiten Weltkriegs. Ein riesiges Monument erinnert an die US-amerikanischen Soldaten der 5. US-Division, die in diesem Gebiet um die Befreiung Lothringens vom Hitler-Faschismus gekämpft haben. Groß auf Französisch und Englisch steht darauf: „Sie gaben ihr Morgen, um uns unser Heute zu geben.“

 

Wie hart und verlustreich der Krieg an der Westfront geführt wurde, war uns bisher gar nicht bewusst. Es wird daran erinnert, wie der erste Brückenkopf über die Mosel blutig erkämpft wurde, der in der Folge die Befreiung der von den Faschisten besetzten Städte Metz und Thionville ermöglichte.

 

Aufgrund einer Fehleinschätzung von General George S. Patton scheiterte zunächst der geplante Durchbruch über die Mosel Anfang September 1944. Die Verluste waren hoch: 945 US-amerikanische Soldaten verloren ihr Leben, wurden verwundet oder vermisst. Die faschistische Wehrmacht hatte sich am gegenüberliegenden Ufer fest verschanzt und bot alle ihre Reserven auf. Mehrere Wochen tobte der Kampf. Erst am 16. September konnten die vereinten Kräfte der Infanterie und Panzerbrigaden unter hohen Verlusten den deutschen Widerstand brechen. Nur noch das kleine Dorf Corny, das von fanatischen SS-Leuten besetzt war, stand noch …

 

Wie brutal und erbittert der Kampf war, schildert Mitchell Sytkowski vom 11. Regiment: „Ich hatte das tiefste Loch gegraben, das ich je in meinem Leben gegraben habe, aber es reichte nicht. Das deutsche Artilleriefeuer war so stark, dass Äste von den Bäumen und brennende Splitter auf uns herabregneten. Wir mussten mit unseren Bajonetten Sträucher abschneiden und über unsere Gräben legen, dann unsere Regenumhänge darüberlegen und mit Schlamm bedecken. Es hagelte Geschosse, Erde spritzte auf, die Druckwellen der Explosionen hinderten uns daran, die Köpfe aus unseren Gräben zu strecken. Und ich war noch nicht mal am exponiertesten Platz. Die, die im Umkreis des Waldes waren, sind durch die Hölle gegangen. Was vorher ein dichter Wald gewesen war, war nur noch tote Stümpfe, Bäume ohne Zweige oder Blätter …“