Belfast/Nordirland
Rassistisches Pogrom in Belfast und weiteren Städten
Mehrere hundert Faschisten, die meisten direkt in Schwarz gekleidet und vermummt, waren am Mittwoch dem Demonstrationsaufruf faschistischer Gruppen in die nordirische Hauptstadt gefolgt und verübten bis in die Nacht ein rassistisches Pogrom. Der Anlass war ein brutaler Messerangriff.
Das Video des Messerangriffs vom Montagabend fand rasante Verbreitung in den sozialen Netzwerken. Es wurde von den Faschisten genutzt, um schon im Vorfeld ihrer Kundgebungen eine rassistische Pogrom-Stimmung zu verbreiten und damit zu mobilisieren.
Das Opfer befindet sich mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus und hat nach Angaben der Polizei ein Auge verloren. Der Täter, ein Sudanese, der sich mit einem legalen Flüchtlingsstatus in Nordirland aufhält, wurde am Mittwoch dem Gericht vorgeführt und wegen versuchten Mordes angeklagt. Ein Motiv ist bislang nicht bekannt.
So gelang es den Faschisten jedenfalls, Unruhen zu organisieren, bei denen Autos und Häuser in Brand gesteckt und unschuldige Menschen gejagt wurden.
Ein von Faschisten verübtes rassistisches Pogrom
Es begann dann im Osten Belfasts, wo Mülltonnen und ein Nahverkehrsbus in Brand gesetzt wurden. Die Angriffe beschränkten sich nicht auf Belfast: auch in Newtownabbey wurden Autos in Brand gesteckt, in Portadown ein Polizeiauto und in Ballyclare setzten Faschisten einen türkischen Friseurladen in Brand. Kleinere Proteste von Rechten und Rassisten fanden im ganzen Land statt, auch in London.
Die Feuerwehr in Nordirland in der Nacht 256 Mal alarmiert und rückte zu 62 Einsätzen aus, die meisten in Belfast. Die Polizei rief zur Ruhe auf und warnte vor „sporadisch aufflammenden Unruhen“. Das klingt verharmlosend, gemeint ist aber, dass sich immer wieder an verschiedenen Orten Banden der Faschisten zusammenrotteten, Brände legten und Menschen angriffen.
Die Belfaster Unterhausabgeordnete Claire Hanna (Labour) sagte, diese Unruhen hatten das Ausmaß „eines rassistischen Pogroms“ erreicht. Sie habe Männer „von Haus zu Haus gehen und nach Ausländern suchen sehen“, wobei sich die Faschisten alleine an der Hautfarbe orientierten. Das bestätige auch ein Pfarrer, der Augenzeuge wurde, wie Menschen aus ihren Häusern gezogen worden „nur wegen ihrer schwarzen Hautfarbe“. Aber auch ein Reporter des „Express“ musste flüchten, als er die Faschisten filmte.
MLPD: Solidarität gegen die Faschisten!
Die MLPD solidarisiert sich mit allen Opfern der rassistischen Pogrome in Nordirland und fordert die Menschen dort zur Solidarität gegen die Faschisten auf – schützt einander gegen die Faschisten! Alle zusammen gegen den Faschismus! Natürlich verurteilen wir auch den Messerangriff und die brutale Menschenverachtung. Genau das kritisieren die Faschisten aber nicht, sondern nehmen das nur als Anlass für ihre weltanschaulich begründete, menschenverachtende Gewalt, die gegen bislang ungezählte Unschuldige von den Faschisten in Belfast entfesselt wurde.