Fürs Trinkwasser in Baden-Württemberg „kein Problem“?
Niedriger Bodenseepegel
Der niedrige Pegel des Bodensees sei für die Trinkwasserversorgung in Baden-Württemberg kein Problem. So sieht das zumindest die Sprecherin des Landes-Umweltamtes Baden-Württemberg, Frau Tatjana Erkert.¹
Mir ging dazu ein Vortrag eines Professors der TH Stuttgart über die Gebäude der Trinkwasserversorgung Stuttgarts aus dem Bodensee um 1965 durch den Kopf:
Tatsächlich geht es nicht allein um Stuttgart. Aktuell werden 4 Mio. Einwohner Baden-Württembergs in 320 Städten bzw. Gemeinden mit Trinkwasser aus dem Bodensee versorgt!² Das Argument der Sprecherin des UA-BW – der Bodensee wäre durchschnittlich 90 Meter tief, das Wasser würde in einer Tiefe von 60 Metern angepumpt – zieht nicht.
Die qualitative Veränderung, dass der Schneemangel der Alpen im Winter zu einer Umkehr der Verhältnisse im Frühjahr führt, wird gar nicht einbezogen. So kehrt sich das bisherige Anschwellen des Alpenrheins durch die Schneeschmelze in einen dramatischen Wassermangel um.
Der Bodenseepegel bei Konstanz lag am 25. Mai 66 cm unter dem bisherigen Durchschnitt³. „Normal“ müsste er wegen der Schneeschmelze weit höher liegen. Das Niedrigwasser war bislang eine Spätsommererscheinung. Hier finden also Umkehrungen statt.
Gravierend auch, dass ein derartiger Wassermangel im Mai nur ein einziges Mal seit 1850 übertroffen wurde⁴. Ich bin kein Wahrsager, aber dass die Vorgänge an der Oberfläche des Bodensees nichts mit Vorgängen in 60 Metern Tiefe zu tun haben können, ist mechanisch und damit spekulativ.
Auffällig ist auch, dass die Luft über und damit die Oberflächen-Wassertemperatur des Bodensees sich im Mai mit 20 Grad stark erhöht hat. Vom neuen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, dem Grünen Cem Özdemir, war leider kein Statement zu bekommen – er weilt dieser Tage im Urlaub – wo? In Überlingen am Bodensee …⁵