Albanien

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Massenprotest gegen Luxus-Tourismusprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner

In Albanien ist innerhalb weniger Tage ein Massenprotest entflammt. Er richtet sich dagegen, dass der Trump-Clan die schöne albanische Mittelmeerküste zubetonieren will.

Von gis

Premierminister Edi Rama trägt die Pläne aktiv mit und bringt die Massen gegen die gigantische Umweltzerstörung durch das Kushner-Projekt und gegen seine Regierung auf. So erging es bereits dem serbischen Staatschef Aleksandar Vučić mit einem ähnlichen Kushner-Vorhaben (Rote Fahne News berichtete). Die hochtrabenden Pläne mussten begraben werden. So entzünden sich im weltweiten vorrevolutionären Gärungsprozess an allen Ecken und Enden der Welt Proteste und Aktivitäten der Massen gegen ihre Herrschenden.

 

Laut Wall Street Journal begann das abgekartete Spiel zwischen Rama und Kushner auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Jahr 2022. Kushner fragte damals Rama, ob er sich die albanischen Strände an der Adria mal ansehen dürfte, im Hinblick auf mögliche Investitionen. Das hat er inzwischen getan und das soll dabei rauskommen: Auf der kleinen Insel Sazan und im Küstendorf Zvernec sollen Fünf-Sterne-Hotels mit insgesamt 10.000 Zimmern entstehen, dazu Villen, Wohnungen, Pools und Yachthäfen. Das Geld käme aus Kushners Investmentfirma Affinity Partners, die über fünf Milliarden Dollar aus Staatsfonds von Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten verfügt.

 

Die lokale Bevölkerung wehrte sich von Anfang an, dazu kamen Umweltaktivisten aus dem ganzen Land. Ein privater Security-Dienst ging gewaltsam gegen die Demonstranten vor, bewarf sie mit Steinen. Eine Welle der Empörung  brandete auf, die Proteste griffen auf Tirana über. Dort gehen seit einer Woche Abend für Abend Tausende auf die Straße. „Albanien steht nicht zum Verkauf“ rufen sie, fordern den Stopp des Projekts und verlangen die Festnahme des korrupten Premierministers Edi Rama sowie des Oppositionsführers Sali Berisha.

 

Die Proteste erhalten vor allem Nahrung aus einem stark entwickelten Umweltbewusstsein. Die Narta-Lagune mit dem Dorf Zvernec ist ein ökologisch bedeutendes Feuchtgebiet. Hunderte Vogelarten leben dort, darunter Flamingos und der gefährdete Krauskopfpelikan. Außerdem ist die Region Lebensraum für Robben und ein bedeutender Nistplatz für Meeresschildkröten. Durch eine Nacht- und Nebel-Gesetzesänderung wurde 2024 der Bau von Luxusresorts in unberührter Natur legalisiert. Jetzt hat jedoch die albanische Sonderstaatsanwaltschaft gegen Korruption und organisierte Kriminalität (SPAK) Ermittlungen eingeleitet. Konkret geht es darum, wie ein dubioses Netzwerk aus Privatpersonen und Unternehmen Grundstücke im Naturschutzgebiet von Zvernec in Besitz genommen hat.

 

Die Blockade brachte Premierminister Edi Rama in Wallung. „Es gibt keine Chance, dass die Investition gestoppt wird, solange ich in diesem Amt bin“, wetterte er. Tja, die Verknüpfung ist interessant. Vielleicht ist seine Amtszeit schneller beendet als er jetzt noch glaubt. Die Menschen haben es satt, sich Lebensgrundlagen und Natur von gierigen und dekadenten Regierungen und Trump-Clans zerstören und sich verhöhnen zu lassen.