Pressemitteilung von Ver.di NRW

Pressemitteilung von Ver.di NRW

Keine Bewegung im NRW-Einzelhandel: Ver.di kündigt Ausweitung von Streiks an

Ver.di Nordrhein-Westfalen erklärt:

Auch in der dritten Verhandlungsrunde für die rund 700.000 Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel hat der Handelsverband NRW kein verbessertes Angebot vorgelegt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) kritisiert die Haltung … scharf und kündigt eine Ausweitung der Streikmaßnahmen an. Bereits seit dem 26. März liegen die Forderungen von Ver.di auf dem Tisch.

 

Erstmals vorgestellt wurde … (das Angebot der Einzelkandes-Kapitalisten, Anm. d. RF-Red.) am 11. Mai im Tarifgebiet Hamburg. Seit inzwischen sieben Verhandlungsrunden in unterschiedlichen Tarifgebieten wurde dieses Angebot unverändert wiederholt – auch in Nordrhein-Westfalen, wo es am 13. Mai erstmals vorgelegt wurde. Es beinhaltet weiterhin neun Nullmonate sowie eine Entgeltsteigerung unterhalb der Inflation.

 

Dazu erklärt Henrike Eickholt, Ver.di-Verhandlungsführerin für den Einzelhandel in NRW: „Seit mehr als zwei Monaten kennen die Arbeitgeber unsere Forderungen. Trotzdem wiederholen sie bundesweit unverändert dasselbe Angebot und verweigern jede substanzielle Bewegung. Das spricht nicht für einen ernsthaften Willen zu einem zügigen Tarifabschluss.“

 

Besonders kritisch bewertet Ver.di, dass … (die Einzelhandels-Kapitalisten, Anm. d. RF-Red.) die bisher übliche Maßregelungsklausel aus dem Tarifabschluss streichen wollen. „Die Streichung der Maßregelungsklausel ist eine Eskalation … Beschäftigte dürfen nicht befürchten müssen, wegen ihrer Teilnahme an rechtmäßigen Streiks Nachteile zu erleiden. Wer solche Grundsätze infrage stellt, verschärft den Konflikt bewusst“, so Eickholt.

 

Ver.di fordert für die Beschäftigten im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent, mindestens jedoch 225 Euro pro Monat. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro monatlich steigen. Zudem fordert die Gewerkschaft einen tariflichen Mindeststundenlohn von 14,90 Euro sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.

 

„Unsere Streiks zeigen Wirkung. Die Beschäftigten machen deutlich, dass sie sich nicht mit Reallohnverlusten abspeisen lassen. Nach diesem Verhalten ... werden wir die Streikmaßnahmen weiter ausweiten und den Druck erhöhen. Im Textilhandel wird es zu spürbaren Auswirkungen kommen“, kündigt Eickholt an.

 

 

Die Verhandlungen werden am 30. Juni 2026 fortgesetzt.

 

Geplant Streikmaßnahmen

 

FREITAG, 12. JUNI 2026 – TEXTILSTREIKTAG (u.a. Primark, H&M, Zara und (TK Maxx)

  • OSTWESTFALEN-LIPPE: Aktion ab 10.30 Uhr auf dem Berliner Platz in Gütersloh. Beschäftigte unter anderem von H&M (Paderborn, Minden, Bielefeld, Detmold), Primark Bielefeld sowie Zara Bielefeld.
  • WESTFALEN: Morgendliche Aktionen vor den Betrieben. Um 9.30 Uhr Streikversammlung mit Ansprache im Kolpinghaus Dortmund. Ab 13 Uhr Kundenflugblattaktionen vor den Betrieben. Beteiligte Betriebe: Primark Dortmund, H&M Dortmund (Thier-Galerie und Westenhellweg), TK Maxx Dortmund Ostenhellweg.
  • KÖLN-BONN-LEVERKUSEN / AACHEN-DÜREN-ERFT: Streikpremiere bei H&M Düren. Weitere Aktionen vor den Betrieben von Primark Köln, Zara Köln (Aachener Straße) und H&M Aachen
    (Adalbertstraße).
  • LINKER NIEDERRHEIN: Aktion vor dem Betrieb H&M Neuss.
  • MÜNSTERLAND: Beschäftigte von Primark Münster und H&M Ibbenbüren beteiligen sichan der Aktion in Gütersloh.
  • DÜSSEL-RHEIN-WUPPER: Zweiter Streiktag bei Primark Wuppertal. Unterstützung durch Beschäftigte von H&M Hilden. Weitere Aktionen vor Ort bei H&M Remscheid, H&M Düsseldorf-Bilk sowie Zara Düsseldorf (Königsallee).
  • SÜDWESTFALEN: Beschäftigte von H&M Iserlohn nehmen an der Streikversammlung im
    Kolpinghaus Dortmund teil.
  • RUHR-WEST: Beschäftigte von Primark Essen beteiligen sich an der zentralen Aktion
    in Gütersloh.

SAMSTAG, 13. JUNI 2026

  • Streikmaßnahmen in zahlreichen Einzelhandelsfilialen in Nordrhein-Westfalen. Dezentrale Aktionen vor Ort: Beschäftigte informieren Kund*innen direkt vor den Filialen über die laufende Tarifrunde.