Nahostkrieg
Israel kündigt an, den Libanonkrieg fortzusetzen
Wie die israelische Zeitung Haaretz berichtet, hat Kriegsminister Israel Katz angekündigt, "unabhängig handeln zu wollen".
Im Klartext: Ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran - seine Unterzeichnung ist jetzt für Sonntag angekündigt - wird Israel nicht daran hindern, seinen Krieg gegen die libanesische Bevölkerung fortzusetzen. US-Präsident Donald Trump strebe eine Vereinbarung an, die vor allem amerikanischen Interessen diene, schrieb Katz auf Telegram. Israel wolle unabhängig handeln, um iranische Atomwaffen zu verhindern.
Das reaktionäre israel-hörige Portal Mena-Watch geifert, in der Berichterstattung über den Libanonkrieg werde immer fälschlicherweise behauptet, Israels Angriffe richteten sich gegen die libanesische Bevölkerung. Das täten sie nicht, sie sollen "nur" die Hisbollah-Miliz treffen. Erstens ist es auch ein Kriegsverbrechen, gezielt Hisbollah-Mitglieder zu liquidieren. Zweitens trifft die israelische Armee keineswegs punktgenau Hisbollah-Stellungen, sondern ermordet libanesische Zivilisten und fordert die Bevölkerung auf, ihre Wohngebiete zu verlassen - wie beim Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser im Gazastreifen.
Katz kündigte weiter an, Israel werde sich nicht aus den "Sicherheitszonen" im Libanon, im Gazastreifen und in Syrien zurückziehen. Die von Katz frech als "Sicherheitszonen" bezeichneten Regionen sind allesamt kriegerisch eroberte und von Israel illegal besetzte Gebiete. Es sind Bausteine des imperialistischen Groß-Israel-Plans.
In Tel Aviv feierten gestern mehr als 100.000 Menschen die erste Pride-Parade seit zwei Jahren. Tel Aviv gilt als LGBTQ-Hauptstadt des Nahen Ostens, seit 1998 findet hier die große Pride-Parade statt, weswegen die Stadtverwaltung von Tel Aviv sich als liberal, freiheitlich und demokratisch rühmt. Allerdings wollte der Staatsapparat nur Regenbogenfahnen bei der Pride-Parade sehen. Politische Parolen auf T-Shirts, Schildern und Transparenten, die sich gegen die faschistische israelische Regierung und ihre Kriegstreiberei richteten, beschlagnahmte die Polizei reihenweise. Einer Frau, die ein T-Shirt mit Regenbogensymbol und dem Schriftzug "Fuck Ben-Gvir" trug, wurde von der Polizei der Zutritt verwehrt.