Mexiko / Kanada / USA
Fußball-WM der Männer 2026: Zwischen Völkerverständigung und Pulverfass
Noch nie war eine Fußball-Weltmeisterschaft größer: Erstmals nehmen 48 Nationen daran teil, insgesamt stehen 104 Spiele in den USA, Mexiko und Kanada auf dem Programm.
In vielen Medien wure heute so oder ähnlich getitelt: „Millionen Fans freuen sich auf ein Fußballfest.“ Tatsächlich alle? Noch nie gab es gleichzeitig so viel Kritik am Austragungsort USA und Protest du Boykottforderungen.
Stellvertretend für viele bezeichnete zum Beispiel das Fanbündnis »Unsere Kurve« das Turnier als »Paradebeispiel für Ausgrenzung und kommerzielle Vereinnahmung«. Der erste Vorsitzende Jost Peter erklärte zudem: »Während die FIFA Fans und Aktiven das Recht auf freie Meinungsäußerung im Stadion systematisch beschneidet, nutzen die Regierungen der gastgebenden Länder die Bühne schamlos für geopolitische (Public Relations – Werbung) und nationales Pathos. Diese Doppelmoral ist für uns unerträglich.« Völlig zu Recht wie politische Ausgrenzung durch Einreiseverbote und lokale Gesetzgebungen bezüglich sexueller Orientierung oder politischer Gesinnung zeigen.
Viele Fußballfreunde sehen mit Besorgnis, dass drei Viertel der WM-Partien und alle Spiele ab dem Viertelfinale in einem Land wie den USA stattfinden. Schließlich stehen die USA unter Trump eben für einen faschistischen Umbau. Trump verschärft mit Massenabschiebungen und tödlichen ICE-Razzien, mit Zollkriegen und Drohungen gegen Kuba, Kolumbien, Grönland und jetzt mit dem Krieg gegen den Iran einen weltweit wachsenden Faschismus und dir Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Angesichts von Trumps dauernden Angriffen auf die Nachbarländer ist die Beteuerung von FIFA-Chef Infantino, die USA, Mexiko und Kanada würden die Welt „vereint“ willkommen heißen, doch ein glatter Hohn. Und wie zum Beweis dafür verspottete erst vor wenigen Tagen der US-Oberbefehlshaber Kanada erneut als „51. Bundesstaat“ der USA.
Der Krieg gegen den Iran wird in den amerikanischen Stadien - an den Stadien-Toren, nicht auf den Rängen - mit anderen Mittel fortgeführt- So soll die iranische Nationalmannschaft wohl auf die Unterstützung eigener Fans verzichten. Wie der nationale Fußballverband am Dienstag mitteilte, seien dem Iran von den Vereinigten Staaten die zugeteilten Eintrittskarten für die Gruppenspiele kurzfristig entzogen worden.
Die Freude auf spannende und hochklassige Spiele bedeutet aber noch lange nicht eine Unterstützung oder Tolerierung der von Trump und Konsorten verfolgten Absichten. Wer kann uns denn daran hindern, mit Freunden, Nachbarn oder Fans aus anderen Ländern echte Völkerfreundschaft zu praktizieren und Solidarität mit der weltweiten Protest- und Widerstandbewegung zu äußern?
Der Ball rollt: Ab heute Abend 21 Uhr MEZ - beginnend mit dem Spiel Mexiko gegen Südafrika.