Künstliche Intelligenz

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Der Lehrermangel, das Streikrecht und die Dudenregel D 101

Die neueste Schote aus der KI-Trickkiste betrifft das Erziehungswesen. Dem bereits länger bestehenden Lehrermangel soll durch den Einsatz von KI bei zeitaufwendiger Hausaufgabenkorrektur abgeholfen werden. Eine Schnapsidee, die die bürgerliche Pädagogik vollends zum Scheitern verurteilt.

Von kw
Der Lehrermangel, das Streikrecht und die Dudenregel D 101
Ohne Lehrer, die die KI dialektisch zur Förderung der Schülerinnen und Schüler nutzen, bzw. User, die KI mit wachem Verstand nutzen, hilft auch Künstliche Intelligenz  nicht weiter. (foto: shutterstock_678583375)

Wenn die Korrektur von Klassenarbeiten nur im Abgleich von Richtig und Falsch bestünde, bräuchte man wie bei einer Führerscheinprüfung gar keine KI. Bei komplexeren Zusammenhängen dagegen stößt die KI schon bei einfachen Funktionen wie der Grammatik / Rechtschreibung an ihre Grenzen.


So bei der inzwischen mehr und mehr verbreiteten Forderung „Für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht“: Bei der Rechtschreibkorrektur oder der Formulierung von Untertiteln in Videos setzt die KI stur ein Komma zwischen „allseitiges, gesetzliches Streikrecht“. Das verändert den gesamten Gehalt.


Die Losung enthält zwei verschiedene Aspekte. Denn von einem wirklichen Streikrecht kann man nur sprechen, wenn es gesetzlich verankert ist (und nicht nur ein Gewohnheitsrecht). Und dieses muss dann sowohl allseitig, das heißt für wirtschaftliche und politische Forderungen, als auch vollständig sein, das heißt für Arbeiter, Angestellte, Beamte, Auszubildende und so weiter. Deshalb kann der entsprechende Sinn nur mit der in der deutschen Sprache sehr differenzierten Dudenregel D 101¹ für Kommasetzung zum Ausdruck kommen.


Das versteht KI nicht. Denn das setzt das Begreifen von dialektischen Qualifizierungen voraus. Zum Abfragen von Lernstoffen könnte man Lehrer auch durch Avatare ersetzen. Und auch das ist inzwischen nur eine Frage der Zeit für ein Schulwesen, bei dem das Gehirn auf Auswendiglernen und allenfalls noch Nachvollziehen trainiert und mit Noten bewertet wird.


Statt formalistischem Abhaken von angelerntem Buchwissen ist es dagegen Aufgabe der Lehrer, die Fähigkeit der Jugend zu fördern, sich in der Ausbildung oder im Studium und insgesamt in der Welt zurechtzufinden und Probleme zu lösen.


Im Sozialismus wird das Bildungssystem revolutioniert werden: Erlernen der Wissenschaft in Verbindung mit praktischer Arbeit und Sport. Unter den heutigen Bedingungen erfordert dies eine allseitige Lebensschule der proletarischen Denkweise. Diese schließt den „bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien und Kommunikationsmitteln“ (Parteiprogramm der MLPD S. 130) ein.