Warnstreiks
Aachen: Zwischen 200 und 400 Beschäftigte der Süßwarenindustrie protestieren vor Lindt
Im Rahmen der Tarifverhandlungen in der Süßwarenindustrie haben am gestrigen Donnerstag, 11. Juni, nach Berichten des Belgischen Rundfunks und von Antenne AC zwischen 200 und 400 Arbeiterinnen und Arbeiter auf dem Aachener Bendplatz – direkt vor dem Factory-Store des Branchenriesen Lindt – protestiert.
Über 3000 Arbeiterinnen und Arbeiter arbeiten im Schichtbetrieb bei den Monopolen der Branche, unter anderem Lindt und Lambertz.
Wie der Belgische Rundfunk berichtet, hat sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die „Süßwarenhauptstadt“ Deutschlands bewusst für den Protest ausgesucht.
Ebenfalls beteiligt waren Beschäftigte der Firmen Solent aus Übach-Palenberg, Otten aus Erkelenz sowie Kolleginnen und Kollegen aus den Bäckereien – unter anderem von Biscuit International aus Eschweiler und von Bon Gelati aus Übach-Palenberg. Kolleginnen und Kollegen des Aachener Traditionsunternehmens Zentis durften offiziell nicht am Streik teilnehmen. Der Hersteller von Konfitüren und Marzipan fällt tatsächlich unter den Tarifvertrag der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie.
Die NGG fordert für die Beschäftigten 5,8 Prozent mehr Lohn, mindestens 230 Euro mehr im Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Süßwarenmonopole bieten bisher eine Erhöhung von 1,9 Prozent rückwirkend ab Mai 2026 und weitere 1,5 Prozent ab Mai 2027 bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Das ist eine Unverschämtheit. Die NGG plant vorerst leider nur punktuelle Warnstreiks. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 30. Juni. Die Gewerkschaft schließt die unbedingt notwendige Ausweitung der Maßnahmen für die Zukunft nicht aus.