Montagsdemo Saarbrücken
„Wollen wir weiter so leben?“
An die 50 Menschen verfolgten die 540. Montagsdemo zeitweise, etliche ergriffen das Wort – und bereichert wurde sie durch zwei Handpan-Musiker, dem Sambista Fred und seiner Freundin Sandra.
„Wollen wir weiter so leben, in dieser Lage, bei diesen Aussichten mit dem ‚Sommer der Reformen‘, wenn Kinder, Rentner, Schüler, Familien, Arbeiter, Gesundheit, Pflege, die Umwelt und der Frieden derart getreten werden?“, hieß es zu Beginn.
Die Beiträge dazu waren eine Anklage gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse. Ein älterer Mann aus dem Iran sprach sich gegen den fortdauernden Krieg aus, wandte sich gegen beide Kriegsparteien und kritisierte die Bundesregierung, die vor Trump und Netanjahu ebenso buckele wie vor den faschistischen Machthabern in Iran. Ein ganz junger Passant direkt neben ihm, erklärte, er sei ebenfalls aus dem Iran. Durch den Vorredner hatte er sich ein Herz gefasst und verlieh seiner Empörung über die Kriegsherren mit sehr klarer Stimme Ausdruck. (…)
Eine Frau hatte die letzten Monate bei ihrem Sohn in England gelebt und berichtete von der Stilllegung eines Stahlwerks im letzten Jahr – 3000 Arbeitsplätze weg. Gegen die faschistoide ‚Reform UK‘, berichtete sie, gebe es jede Menge Widerstand und es müsse keineswegs immer alles damit ausgehen, dass Faschisten die Regierung stellen. (…)
„Die Tafel auf der Folster Höhe hat wegen des riesigen Andrangs ein neues Vergabesystem einführen müssen. Du kannst nur noch jede zweite Woche anstehen für Lebensmittel – kann man sich vorstellen, was das bedeutet?“ (…)
„Das Wort ‚Sozialausgaben‘ ist unter dem Regime der Merz-Klingbeil-Regierung total negativ besetzt. Aber mal ehrlich: eigentlich müsste es doch ganz normal sein, dass Sozialausgaben als was Positives verstanden werden. Kinder, Familien, Gesundheitsversorgung, ein würdiges Leben im Alter, tolle Kitas, Schutz der Umwelt und so weiter sind doch genau das, wofür ein vernünftiger Staat zu Recht den erwirtschafteten Reichtum einsetzen sollte. Da steht ja alles Kopf hier“, schloss eine andre Rednerin. (…)
Die nächste Montagsdemo ist am 04. Juli, 18:00 bei der Europa-Galerie. Gerne können Hundert kommen – oder mehr.