Bad Waldliesborn

Bad Waldliesborn

Wie kommt die Seilscheibe der Zeche Waltrop in einen Kurort?

Da steht sie, eine (halbe) Seilscheibe mitten im schönen Kurpark. Sie stammt aus Waltrop, einem Städtchen am Rande des Ruhrgebiets bei Lünen. Wie sie da hingekommen ist? Das ist eine längere Geschichte.

Korrespondenz
Wie kommt die Seilscheibe der Zeche Waltrop in einen Kurort?
Die Seilscheibe (foto: privat)

Man schreibt das Jahr 1900. Der Kapitalismus Europas hatte sich zum Imperialismus entwickelt. Und ähnlich wie heute stellten die Imperialisten die Wirtschaft auf Krieg um. Das Waffengeschäft blühte auf – es wurde jetzt viel Stahl und Kohle gebraucht. Und deshalb wurde auch im Osten Westfalens nach Kohle gebohrt. Auch auf der feudal-klösterlichen grünen Wiese in Waldliesborn, einem Dorf bei Lippstadt.

Doch anstelle von Kohle stieß man in knapp 700 m auf eine warme Solequelle. Anfangs wurde die Sole als Mineralwasser in Flaschen verfüllt, dann wurde ein Bad mit Kurbetrieb errichtet. In den 1980er-Jahren machte Wilhelm Beermann, Bergwerksdirektor des Verbundbergwerks Waltrop/Minister Achenbach und dann Arbeitsdirektor der RAG, dort eine Kur. Als solcher war er an der Stilllegung der "eigenen" Zeche Waltrop beteiligt, auf der bis zu 2800 Kumpel beschäftigt gewesen waren.

Berichten zufolge soll die Kur zu seiner Gesundung beigetragen haben. Auf seine Vermittlung kam die Seilscheibe von Waltrop in den Kurpark Bad Waldliesborns.

Und so steht sie da und erinnert etwas wehmütig an vergangene Zeiten. Aber auch mit Stolz an die Zeit der Kumpel und ihre bewegende Geschichte.