Nahost-Krieg

Nahost-Krieg

Trotz vereinbarter Waffenruhe: Gefechte zwischen USA und Iran - Israel greift im Libanon weiter an

Laut Medienberichten wollen Israel und Libanon die bisher vereinbarte Waffenruhe verlängern. Unterdessen greift Israel jedoch im Libanon weiter an und die Hisbollah-Miliz lehnt Entwaffnung als Bedingung ab.

Von gis
Trotz vereinbarter Waffenruhe: Gefechte zwischen USA und Iran - Israel greift im Libanon weiter an
Israel verwandelt den Süden des Libanon in eine Todeszone (shutterstock_2758582521)

In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach Angaben des US-Außenministeriums zwar auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Als Teil der Umsetzung einer Waffenruhe zwischen Israel und Libanon hat sich die israelische Armee aus dem libanesischen Grenzort Dibbin zurückgezogen. Die libanesischen Streitkräfte bestätigen, dass sie in die Stadt eingerückt seien, nachdem das israelische Militär abgezogen sei. Unterdessen ordnete Israel neue Angriffe an. Aus den Vororten Beiruts fliehen Menschen. Bei einem israelischen Angriff auf ein Militärfahrzeug in Südlibanon sind laut Angaben der libanesischen Armee zwei Offiziere und ein Soldat getötet worden. In Nord-Israel wiederum schlugen mehrere vermutlich von der Hisbollah abgefeuerte Raketen ein. Von einer tatsächlichen Waffenruhe und einem Rückzug Israels aus den besetzten libanesischen Gebieten ist nicht die Rede. Die bei dem inzwischen sattsam bekannten Telefonat letzte Woche zwischen US-Präsident Trump und dem israelischen Premier Netanjahu eskalierten Widersprüche über die israelische Kriegsführung spielt Netanjahu herunter. Er will während Trumps Amtszeit mit seinen Groß-Israel-Plänen möglichst weit vorankommen und sich gegen die Neuimperialisten Iran und Türkei als stärkste Regionalmacht im Nahen und Mittleren Osten durchsetzen.

Wird jetzt auch Aserbeidschan in den Nahost-Krieg hineingezogen?

Am Donnerstag berichtete die isarelische Zeitung Haaretz, dass die israelische Armee und der Geheimdienst Mossad von Aserbeidschan aus im Verborgenen gegen den Iran operieren.Iran und Aserbeidschan teilen eine 700 km lange Grenze. Aserbeidschan pflegt seit 30 Jahren enge wirtschaftliche und militärische Beziehungen mit Israel. Zwischen dem Iran und Aserbeidschan haben sich seit dem 5. März 2026 Spannungen verschärft, nachdem iranische Drohnen die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan trafen.Die Medienberichte über israelische Militär- und Geheimdienstaktionen von aserbeidschanischem Territorium aus weist das Land zurück. „Wir weisen diese im Artikel genannten Behauptungen kategorisch zurück“, sagte Aykhan Hajizada, Sprecher und Leiter des Pressedienstes des Ministeriums, am Freitag gegenüber Euronews. „Sollte jemand Beweise vorlegen, werden wir sie prüfen. Aber derzeit existiert nichts dergleichen. Aserbaidschans Gebiet wurde nie und wird niemals gegen Drittstaaten genutzt, auch nicht gegen unsere Nachbarn und befreundeten Länder.“ Die israelische Armee hat den Bericht bisher nicht kommentiert. Wachsamkeit ist angesagt. es ist eine Tatsache, dass immer mehr Länder in den Nahostkrieg hineingezogen werden und von ihm betroffen sind. Die akute Weltkriegsgefahr verschärft sich dadurch massiv.

US-Militär meldet iranische Raketenangriffe auf Kuwait und Bahrain

Das amerikanische Militär hat laut eigenen Angaben mehrere von Iran auf Kuwait und Bahrain abgefeuerte Raketen abgefangen. Iran habe sieben ballistische Raketen auf die beiden mit den USA verbündeten Golfstaaten abgefeuert, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Zuvor hatte US-Militär seinerseits Ziele im Iran angegriffen. Kuwait kauft in den USA Abwehrsysteme gegen Drohnenangriffe für rund zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro). Kuwait wurde im Zuge des Iran-Kriegs immer wieder Ziel iranischer Angriffe. Erst am Mittwoch hatte eine Drohne den internationalen Flughafen getroffen. Trotz gegenteiliger Behauptungen Trumps sieht es nicht so aus, als ob die USA gegenüber dem Iran die besseren Karten hat. Zuletzt hatte es immer wieder Medienberichte gegeben, die unter Berufung auf US-Beamte oder Geheimdiensterkenntnisse nahelegten, dass Iran weiter über einen großen Teil seiner Raketen verfügt. Die „New York Times“ etwa berichtete Mitte Mai, Iran verfüge noch über etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie rund 70 Prozent seines Raketenarsenals. Die „Washington Post“ hatte ähnliche Zahlen genannt.