Bonn

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Solidaritäts- und Protestveranstaltung im Kurdischen Verein für die Freilassung von Eva Michelmann und Ahmet Polat

Am Donnerstag, 28. Mai, hatten der Kurdische Verein Bonn und die Mutter von Eva Maria Michelmann, Rotraut Hake-Michelmann, zu einer Veranstaltung zur Unterstützung des Kampfes um die Freilassung von Eva und Ahmet eingeladen. Etwa 40 Menschen, darunter viele junge Menschen, folgten der Einladung.

Korrespondenz

Zunächst berichteten Rotraut Michelmann und der Bruder von Eva, Antonius Michelmann, mit deutlich spürbarem Ärger und großen Sorgen, dass Eva und Ahmet inzwischen 130 Tage in Syrien in Haft sind und dass die Bundesregierung die Freilassung weiterhin nicht zur Chefsache gemacht hat.


Ständig fänden Gespräche zwischen der Bundesregierung und der syrischen Übergangsregierung, zwischen großen Unternehmen in Deutschland und syrischen Stellen statt. Die Freilassung der Inhaftierten spiele dabei wohl überhaupt keine Rolle. 


Durch Aussagen zeitweise Mitinhaf­tierter ist inzwischen bekannt, dass Eva nach Zeugenaussagen Folter ausgesetzt war, Ahmet schwer verletzt sein soll, beide weiter unter menschenrechtswidriger Incommunicado-Haft festgehalten werden und sich in schlechtem Gesundheitszustand befinden. Antonius Michelmann berichtete auch darüber, dass sich Journalisten bedeutender Medien in Deutschland darüber wundern, dass Redaktionsleitungen weitere Berichte über diesen Fall zum Teil verhindern.

 

In der Diskussion wurden Überlegungen angestellt, wie man den Druck auf die Bundesregierung und auch auf die syrische Regierung erhöhen kann. Zum Beispiel, indem man bekannte Personen für eine Unterstützung gewinnt, möglichst aus einem breiten, gesellschaftlichen und politischen Spektrum. In anderen vergleichbaren Fällen, z. B. um die Freilassung von in der Türkei Verfolgten, habe das geholfen. 

 

In einem Redebeitrag eines Vertreters der MLPD wurde diese Auseinandersetzung in den Freiheitskampf der Völker des Nahen und Mittleren Ostens gegen die faschistische Unterdrückung und die imperialistischen Machenschaften eingeordnet. Eva und Ahmet sind ein Symbol und auch unbeugsame Repräsentanten des Freiheitswillens. Gerade deshalb muss noch breiter und entschiedener für ihre Freilassung mobilisiert werden. 


Aus dem Publikum kam der Vorschlag, sich in eine Liste einzutragen, um gegebenenfalls kurzfristig für Protestaktionen erreichbar zu sein. Dem folgten viele. Es wurden 253 Euro für Anwaltskosten und weitere Kosten für den Kampf um Befreiung gespendet.