Offener Brief
Protestschreiben der MLPD Nürnberg gegen Polizeieinsatz am 1. Mai
Am 1. Mai 2026 baute die MLPD Nürnberg - Erlangen - Fürth wie jedes Jahr ihren Literaturstand auf der DGB-Kundgebung auf, damit, wie es sich gehört, der echte Sozialismus auf der Gewerkschaftsaktion präsent ist. Doch es kam anders: Der Stand wurde von der Polizei abgeräumt!
Mit einem Offenen Brief wendet sich die MLPD an Gewerkschaftsmitglieder und -funktionäre. Fahne News dokumentiert das Protestschreiben.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen,
wir möchten Euch über den von DGB-Funktionären am 1. Mai angeordneten Polizeieinsatz gegen die MLPD informieren und dagegen den Protest organisieren. Unser Literaturstand wurde von der Polizei auf der DGB-Kundgebung in Nürnberg abgeräumt und ein langjähriges Verdi-Mitglied wurde mit Polizeigewalt vom Platz entfernt, nur weil sie friedlich das Recht auf Meinungsfreiheit und Teilnahme verteidigte! Das ist beschämend!
Jedes Jahr melden wir einen Stand an, weil wir als Partei des echten Sozialismus auf die Maikundgebung gehören! Was für eine Gesellschaftskritik soll es sein, wenn Diskussionen um gesellschaftliche Perspektiven behindert und das Informationsrecht der Teilnehmer beschnitten wird, wenn Vertreter des echten Sozialismus ausgeschlossen werden? Das betrifft nicht nur uns, sondern auch andere linke Organisationen und spaltet die Kampfkraft der Arbeiterklasse! Und das in Zeiten, in denen wir eine Einheitsfront brauchen gegen eine akute faschistische Gefahr, zunehmende Bedrohung durch einen möglichen Dritten Weltkrieg und Raubbau an sozialen Errungenschaften. Wehret den Anfängen heißt, das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung aller Parteien auf antifaschistischer Grundlage zu verteidigen!
Bisher war die Standdurchführung zumindest geduldet. Dass am 1. Mai die örtliche DGB-Führung oder Teile dieser die Polizei auf Arbeiterinnen und Arbeiter, Gewerkschaftsmitglieder und Kommunisten hetzt, ist ein Skandal und nicht im Sinne der Arbeiterklasse. Das wurde auch ganz überwiegend von fast allen Anwesenden verurteilt. So haben wir auf dem Platz selber und nachfolgend viel Solidarität erfahren. Nicht alle teilen unsere politische Auffassung – aber alle finden, es braucht eine breite demokratische Front gegen Faschismus, Sozialabbau und Weltkriegsgefahr.
Es ist bekannt, dass die MLPD den Aufbau der Gewerkschaften fördert, aktiv bei Arbeiterkämpfen vorne dran steht – das werden wir auch weiter tun! Kommunisten haben die Gewerkschaften mit gegründet, den 1. Mai ins Leben gerufen - sie gehören zum 1. Mai wie die Luft zum Atmen!
Lasst uns solidarisch gemeinsam für eine Zukunft streiten - unterstützt die Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance“! Da auf unser internes Kritikschreiben keine Antwort erfolgte und unsere Bitte nach einem persönlichen Gespräch ignoriert wurde, gehen wir nun mit der Kritik an diesem ungeheuerlichen und undemokratischen Vorgang an die Öffentlichkeit! Wir setzen auf Eure Unterstützung – zum Beispiel mit eigenen Protestbriefen oder sonstigen Solidaritätsaktionen.
Mit solidarischen Grüßen
Manfred Hörner, öffentlicher Sprecher Kreis MLPD Nürnberg-Erlangen-Fürth
Karin Podufal, Verdi-Mitglied und Direktkandidatin der MLPD Nürnberg-Nord zur Bundestagswahl 2025