Bewusstes Verschweigen der Geschichte zum Thema Renten

Bewusstes Verschweigen der Geschichte zum Thema Renten

Friedrich Merz – Münchhausen 2.0

Baron Münchhausen war für seine Erzählungen und deren fehlendem Wahrheitsgehalt bekannt. Münchhausen 2.0 erzählt Dinge über die Rente und ihre „Reform“, die manch einer glaubt, da die Lügen eben nicht so offensichtlich sind und das Thema sehr komplex ist.

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Friedrich Merz – Münchhausen 2.0
Foto: shutterstock_1808665903

Und so versucht Münchhausen 2.0 mit bewussten Täuschungen die geplante „Rentenreform“ an Frau und Mann zu bringen.

 

Die Bundesregierung will die Rentenreform unbedingt durchsetzen. Dazu bedient sie sich eines ganzen Systems an Unwahrheiten, Verfälschungen und Verschweigen von Erfahrungen, um die Rentenempfänger von heute und morgen übers Ohr zu hauen.

 

Zur Geschichte: Die gesetzliche Rentenversicherung war bis 1957 nahezu vollständig auf Kapitalanlagen ausgerichtet. Dabei kam es zu zwei Totalzusammenbrüchen der angesparten Finanzanlagen (1924, 1945). Die Geschichtsschreibung der Deutschen RentenVersicherung (Homepage) zeigt den „erfolgreichen“ Aufbau eines Kapitalstocks von 1891 bis 1913. Dann kam der Erste Weltkrieg, der Rentenfonds wurde für die Finanzierung von Kriegsanleihen missbraucht und weitgehend vernichtet. Es folgte die Hyperinflation 1923 und an deren Ende waren nur noch 15 Prozent des Vermögens von vor Kriegsbeginn auf dem Rentenkonto.

 

Der erneute mühsame Aufbau eines Kapitalstocks musste mit Staatsmitteln ergänzt werden. 1933 hatte der Rentenfonds nur 5 Prozent des Deckungsvolumens für die Anwartschaften. Der weitere Aufbau des Kapitalstocks wurde dann von den Hitlerfaschisten direkt für die Finanzierung von Kriegsanleihen verwendet. Darauf weisen unter anderem die zentralen Forderungen Hitlers an den 6. Parteitag der NSdAP 1936 hin und das waren: 1. „Die deutsche Armee muss in vier Jahren einsatzfähig sein.“ 2. „Die deutsche Wirtschaft muss in vier Jahren kriegsfähig sein. (1)

 

Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren die angesparten Rentenbeiträge vollständig vernichtet. Nach Kriegsende wurde wieder mit dem Aufbau eines Kapitalstocks plus Umlagefinanzierung für die laufenden Renten begonnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Not und Elend in der Bevölkerung groß. Das begann sich für den arbeitenden Teil allmählich zu ändern. Für die Rentnerinnen und Rentner änderte sich aber erst einmal so gut wie nichts. Die Renten waren von der Lohnentwicklung völlig abgekoppelt. Die Rentenzahlungen verhinderten, dass Millionen Alte verhungerten und obdachlos wurden. Dieser Zustand konnte gegenüber den Massen nicht länger aufrecht erhalten werden.

 

Das Gesetz zur Umlagefinanzierung und einer begrenzten kollektiven Kapitalbildung (zum Ausgleich für mögliche Einnahmeschwankungen) wurde am 21.01.1957 beschlossen. Dieses Verfahren wurde 1969 eingestellt, seitdem gab es für die gesetzliche Rentenversicherung das reine Umlageverfahren. Ärzte, Architekten, Anwälte, Beamte wurden allerdings von Anfang an nicht in die Umlagefinanzierung einbezogen. Die kapitalgedeckte Rente erfolgt über Fonds, z. B. von Kenfo. Kenfo ist ein Staatsfonds, zu dessen Grundausrichtung es gehörte, keine Finanzen in Rüstungskapital anzulegen. Diese Beschränkungen gegen Anlagen in Rüstungsinvestitionen wurde weitgehend abgeschafft. Das Handelsblatt zitierte die Vorstandschefin Anja Mikus von Kenfo: „Rüstung ... ist aufgrund einer veränderten Sicherheitslage notwendig geworden. Deutschland kann nicht seine Rüstungsausgaben hochfahren und wir als deutscher Staatsfonds verweigern uns dem Thema“. (Handelsblatt 20.4.2026)

 

„Viele Investoren, Vermögensverwalter und Banken in Europa hatten Investments in Waffenhersteller lange gemieden, teilweise auch aus Reputationsgründen. Der Angriffskrieg auf die Ukraine und Unklarheiten zur künftigen Rolle der USA im Verteidigungsbündnis Nato haben inzwischen jedoch zu einem Umdenken geführt“, so das Handelsblatt. Schließlich müssen die Bundeswehr und die deutsche Wirtschaft in vier Jahren kriegsfähig sein, so die Aussage von Bundesverteidigungsminister Pistorius am 5. Juni 2024 bei einer Befragung im Bundestag. Und hier schließt sich der Kreis für das Thema Renten. Es geht wieder um Kriegsanleihen! Der Kampf um soziale Errungenschaften gehört auch in den Kampf gegen die Vorbereitung eines Dritten Weltkrieges!

 

Eine Forderung der MLPD ist, dass die Rentenbeiträge, wie überhaupt die gesamten Sozialversicherungsbeiträge, allein und zu 100 Prozent durch die Kapitalisten in Form einer umsatzbezogenen Sozialsteuer finanziert werden. Für solch einen Wechsel der Rentenfinanzierung sollte die Arbeiterbewegung sich stark machen.

 

Das Rentenkonzept der MLPD