Filmbesprechung

Filmbesprechung

Enrico Berlinguer – La grande ambizione

Enrico Berlinguer war Vorsitzender der „Kommunistischen Partei Italiens“. Im Film "Enrico Berlinguer – La grande ambizione" wird er zu einer fast heldenhaften Gestalt hochgejubelt - wie passt das zur Staatsreligion Antikommunismus?

Von hi

"Er erreicht die Menschen. Er ist nicht nur ein brillanter Redner, sondern spricht sie durch sein bescheidenes verbindliches und leidenschaftliches Auftreten unmittelbar an", so die Filmzeitschrift vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (epd).

 

Chile 1973 ist Ausgangspunkt des Filmes. Salvador Allende war Vorbild von Berlinguer, so die Filmbesprechung. Am 11. September 1973 wird nach dreijähriger Regierungszeit des Präsidenten Allende Chiles 'besonderer Weg zum Sozialismus' im Blut erstickt. "Tausende Werktätige, von einer entfesselten Soldateska erschossen, erschlagen, hingerichtet, bestialisch ermordet, wurden zu Grabe getragen und mit ihnen die Illusion des 'friedlichen Wegs zum Sozialismus'". Das schrieb Willi Dickhut in einer "Blauen Beilage", die als Anhang zum Revolutionären 2 veröffentlicht wurde (hier zitiert nach Revolutionärer Weg 1 bis 3, Seite 121). Weiter wird dort ausgeführt, dass durch die Blutopfer den Massen in Chile klar geworden ist, dass Voraussetzung für den Aufbau des Sozialismus nur revolutionär zu schaffen sind. Allende war kein Kommunist, aber er starb mit der Waffe in der Hand. Die Revisionisten setzen ihren Verrat am Marxismus-Leninismus fort.

 

Berlinguer trieb den Opportunismus auf die Spitze. In einer Filmszene wird die Frage aufgeworfen, ob die Regierung in Chile die Reaktion nicht zu sehr provoziert habe. Der Eurokommunismus wird als Alternative zu den bürokratisch-kapitalistischen Ländern der sozialimperialistischen Sowjetunion und der von ihr abhängigen Staaten aufgebaut, als angeblich menschliches, freiheitliches Gesicht des Sozialismus. Tatsächlich versprach Berlinguer den Verbleib Italiens in der NATO als aggressivem imperialistischem Militärbündnis unter Führung des US-Imperialismus. Eine wahrlich menschliche Alternative.

 

Der Eurokommunismus verkörperte keine sozialistische Alternative. Er war die Anpassung der revisionistischen Politik und Ideologie an das Ziel der Regierungsbeteiligung in Italien als einem der alten imperialistischen Länder. Wirkliche Freiheit und Demokratie für die breiten Massen ist nicht vereinbar mit der Herrschaft des Finanzkapitals. Die KPI war schon immer auf den vorderen Plätzen in Sachen Revisionismus und Opportunismus. Dazu ein Lektüre-Tipp: "Die Differenzen zwischen Genossen Togliatti und uns", 31. Dezember 1962, Leitartikel in der Volkszeitung der KP Chinas (Renmin Ribao). Zu finden in "Proletariaer aller Länder, vereinigt Euch gegen den gemeinsamen Feind!", Oberbaumverlag Berlin 1971

 

Bekannt wurde die KPI vor allem durch ihre Politik des angestrebten „Historischen Kompromiss“. Berlinguer versprach allen Ernstes, die Krisen des Landes, des Kapitalismus durch eine Regierung gemeinsam mit der offen reaktonären Monopolpartei der Christdemokraten zu lösen. Der Film legt nahe, dass das Projekt an der Entführung Aldo Moros (DC) durch die Roten Brigaden scheiterte.

 

Der Film betreibt eine grobe Fälschung der Geschichte Italiens der 1970iger Jahre. Die ganze revolutionäre und antiimperialistische Bewegung wird unterschlagen. Die große antiimperialistische Tradition, die heute in der lebendigen Palästina-Solidarität unter den italienischen Massen wieder erwacht. Die selbständigen Kämpfe der Arbeiter wie bei Fiat in Turin, die von den Revisionisten übel verleumdet wurden. Das große Ansehen Mao Zedongs und der Kulturrevolution unter der Jugend und unter den Arbeitern.

 

In der heutigen Situation, in der Millionen gegen Faschismus und Weltkriegsgefahr auf die Straße gehen, in der die Menschen nach einer Perspektive suchen, wird dieser Film gepuscht. Seine einzige Botschaft: Es gibt keine revolutionäre Perspektive. Es bleibt nichts anderes, als sich an reformistische Illusionen zu klammern.