Pressemitteilung der VVN-VdA

Pressemitteilung der VVN-VdA

Ein Schlaglicht auf den 8. Mai 2026 in Treptow

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Verband der Antifaschisten – teilt mit:

Der 8. Mai am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow sollte eigentlich im Zeichen der Dankbarkeit gegenüber der Sowjetunion stehen, die mit 27 Millionen Toten den größten Blutzoll bei dem Sieg über den Faschismus geleistet hat.

 

Aber nein, es finden sich auch an diesem Tag Menschen, die vom politischen Streit nicht lassen können.

 

Dieses Jahr war bei der traditionellen Gedenkveranstaltung der Berliner VVN-BdA und einem antifaschistischen Gesangsfestival des BdA Treptow am Sowjetischen Ehrenmal auch der Liedermacher „Nümmes“ (ein pensionierter Lehrer) eingeladen. Nach Bob Dylans „Masters of War“ (mit deutschem Text, „Die Herren der Kriege“) sang er ein Lied „Handala“ über einen 1948 in der Nakba* vertriebenen palästinensischen Jungen und klärte dabei über den bekanntesten palästinensischen Karikaturisten auf, der die berühmte Comic-Figur Handala in den 1980er-Jahren schuf und der durch den israelischen Mossad in London ermordet wurde. Über das Lied empörten sich israelfreundliche Kräfte aus dem Umkreis des Berliner VVN-BdA-Vorstands. Sie unterbrachen den Sänger mit dem Ziel, dass dieses Lied „Handala“ nicht weiter gesungen werde.

 

Die Vorsitzende des BdA Treptow sah sich gezwungen, den Sänger zu bitten, das Lied nicht weiter zu singen. „Nümmes“ aber war selbstbewusst genug und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er informierte während der Unterbrechung die Zuhörer, dass er als Lehrer seine Schüler zeitlebens zum Frieden erzogen habe, dass er gerne später mit allen Interessierten über seine Liedtexte diskutieren werde und dass er kein Problem habe, sich von der Hamas zu distanzieren, aber er ließe nicht zu, dass dieses Lied als antisemitisch bezeichnet werde, und sang das Lied weiter. Die Treptower Vorsitzende entschuldigte sich später bei dem Liedermacher für ihre Unterbrechung des Liedes.