Audi-Werk
Die Bombe ist geplatzt! Werksschließung von Audi Neckarsulm geplant
Ein Korrespondent aus Neckarsulm schickte der Roten Fahne eine Extra-Ausgabe der Zeitung „Vorwärtsgang“ von Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche- und MAN Werken für das Audi-Werk in Neckarsulm.
Dort heißt es u. a.: „VW-Chef Oliver Blume informierte bei der Aufsichtsratssitzung zu den Plänen des VW-Konzerns: Vier Werke sollen geschlossen werden, dabei Audi Neckarsulm. Bei uns blieb es angesichts dieser offenen Kampfansage noch recht ruhig. So dachten viele, erst mal abwarten oder „so heiß wie gekocht, wird nicht gegessen“. Auch Audi Vorstandschef Gernot Döllner und die Medien versuchten bisher alles, um die Sache nicht zu hoch zu hängen, nach dem Motto „erst mal die Füße still halten.“
Jetzt bei der Tech-Messe auf der Theresienwiese in Heilbronn verkündete Döllner:„Die Zukunft entsteht hier in der Region“ und „Neckarsulm ist unser Schlüsselstandort für KI und Digitalisierung. Hier wird die Produktion von morgen für den gesamten Konzern entwickelt und erprobt.“ (Heilbronner Stimme 2.6.26)
Doch was ist mit der zukünftigen Fahrzeugproduktion in Neckarsulm? Es verdichten sich die Anzeichen, dass der VW-Konzern die Werksschließung längst beschlossen hat. Deshalb müssen alle Kräfte in Stellung gebracht und der Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz vorbereitet und geführt werden. Wir dürfen uns nicht einlullen lassen vom Vertrösten auf immer neue Planungsrunden, auf mögliche Nachfolge-Modelle in Neckarsulm. Das erweist sich immer deutlicher als heiße Luft. Wir dürfen uns von Versprechen und Hinhaltetaktiken nicht täuschen lassen.
1975 bewies die Belegschaft, dass es möglich ist, eine geplante Werksschließung zu verhindern. Der legendäre Marsch nach Heilbronn ist unvergessen! Doch heute wird es sicher nicht mehr möglich sein, mit einem Protestzug eine Werksschließung zu verhindern. Deshalb müssen wir unsere Wachsamkeit erhöhen, unsere Kräfte in Stellung bringen und uns organisieren für den Kampf. Es geht um über 15.000 Arbeitsplätze, Zehntausende bei Zulieferern und um die ganze Region.
Als Ende 2024 der „Vorwärtsgang“ aufdeckte, dass VW das Werk in Emden schließen will, kam es zu einem bundesweiten Eklat. Die Belegschaft ging in Stellung. VW musste zurückrudern. Das Werk blieb erhalten. Doch aktuell steht es wie Neckarsulm, Zwickau und Nutzfahrzeuge Hannover bereits wieder auf der Abschussliste. Über 35.000 Ar-beitsplätze wurden bei VW bereits konzernweit vernichtet. Im Februar 2025 erkaufte sich Audi die Werksschließung in Brüssel durch hohe Abfindungen. Die Erfahrung zeigt: Wir dürfen uns nicht ausspielen lassen, Standort gegen Standort. Wir müssen eine konzernweite und konzernübergreifende Solidarität entwickeln.
Auf dem Weg zur Werksschließung fliegen jetzt die letzten der zeitweise über 1600 Leiharbeiter raus. Ende Oktober läuft der A8 nach bereits reduziertem Einschichtbetrieb aus. Über 1000 Kolleginnen und Kollegen seien dann zu viel. In den BöHö sieht es weiter mau aus. Jetzt schon ist Alltag, dass wir im Betrieb hin und hergeschoben, gegeneinander ausgespielt werden. Die Arbeitshetze steigt seit Monaten und wird immer unerträglicher. Setzen wir uns dagegen zur Wehr! Lernen wir dabei, uns zu organisieren. Organisieren wir Pausenversammlungen, beraten wir das weitere Vorgehen!
Die Kollegenzeitung spricht sich für gewerkschaftliche und selbständige Streiks aus. Der Korrespondent ergänzt bisherige Überlegungen in der MLPD für ein Kampfprogramm:
"Aktiver Widerstand ist angesagt!
- Demonstrationen, Betriebsversammlungen und öffentlicher Druck
- Keine heimlichen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen
- Für die Entfaltung der vollen gewerkschaftlichen Kampfrraft, für gewerkschaftliche Streiks und Kämpfe!
- Selbständiger Streik gegen Werksschließungen und um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!
- Konzernweiter Kampf bei VW gegen die Horrorpläne des Vorstands!
- Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Konzernvereinbarung!
- Umstellung auf Kriegswirtschaft ist keine Alternative für Arbeiter und Arbeiterinnen!
- Einbeziehung der Familien, der Frauen, der Jugend und Kinder, genauso wie der Kleingewerbetreibenden und anderen – die Region Heilbronn steht auf!
- Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!
- Vorwärts zur Arbeiteroffensive! Vorwärts zum echten Sozialismus!
- Stärkt die MLPD und ihre Betriebsgruppen bei VW und Audi!"