Kolumbien

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Alejandro Tapia vor der Stichwahl zwischen fortschrittlichen Kandidaten und Faschisten

Beim ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl in Kolumbien am Sonntag lag der Faschist Abelardo de la Espriella mit 43,7 Prozent (10,3 Millionen Stimmen) knapp vorne. Der fortschrittliche Kandidat Iván Cepeda bekam 40,9 Prozent (rund 9,7 Millionen Stimmen).

Von dm
Alejandro Tapia vor der Stichwahl zwischen fortschrittlichen Kandidaten und Faschisten
1. Mai 2025 (Foto: shutterstock_2719212443_1)

Wobei 750.000 Stimmen bei der Auszählung durch eine Privatfirma an die Rechte verschoben wurden, wie Präsident Gustavo Petro aufdeckte. Alejandro Tapia von der ICOR-Partei PCCM nennt Hintergründe, warum rechte und faschistische Kandidaten bei den Wahlen Stimmen gewannen und was für die Linken und Antifaschisten weiter zu tun ist.

 

Die bürgerlichen Medien stellen das Thema innere Sicherheit ins Zentrum. Abelardo de la Espriella macht die Regierung Petro für Anschläge verantwortlich und tritt martialisch auf. Alejandro dazu: „Sicher konnte die Rechte Anschläge von unterschiedlichen bewaffneten Gruppen ausnutzen für ihre Propaganda. Abelardo de la Espriella diffammiert zum Beispiel Cepeda als 'Kandidaten der Farc'. Aber der Faschismus hat schon über 20 Jahre lang eine Massenbasis aufgebaut, insbesondere im Umfeld von Ex-Präsident Uribe, den Paramilitärs, der Drogenmafia. ... Diese wird derzeit mobilisiert. Ideologisch gibt es vor allem zwei wesentliche Faktoren. Erstens die Unterstützung durch einflussreiche evangelikale zionistische Kirchen, die Israel als 'Gebot Gottes' uneingeschränkt unterstützen und eine ultrareaktionäre Haltung einnehmen.

 

Zweitens der Antikommunismus. Er vereint die Rechten. Weniger theoretisch, als im Diskurs mit scheinbar allgemeingültigen Aussagen: Alles Fortschrittliche, Demokratische wird als kommunistisch bezeichnet und es wird Angst geschürt: eDer Kommunismus blockiere jede Entwicklung, man darf keinen Privatbesitz mehr haben, nicht frei sein ...“

 

Eine Hauptlosung von De la Espriella in der Wahlkampagne war „Ich stoppe den Kommunismus“. Er spricht vor allem Gefühle an. Seine Richtung entspricht dem Wunsch des US-Imperialismus. Kolumbien hat eine bedeutende Rolle für die Strategie des „pazifischen Schilds“. Die Strategie soll den Einfluss der USA sichern, China in Lateinamerika zurückdrängen und auch Brasilien isolieren. Das ist im Interesse des hier agierenden internationalen Finanzkapitals.

 

Alejandro Tapia berichtet: „Perni Moreno, ein Vertrauter von Trump, war kürzlich hier im Land und erklärte, die USA würden den ‚Progressismus‘ (also eine fortschrittliche Regierung) nicht dulden.“ Was ist zu tun? „Wir müssen die Träger der Kampagne für den fortschrittlichen Kandidaten Cepeda überzeugen, sich im 2. Wahlgang noch mehr an die Massen zu wenden, auch an die, die rechts gewählt haben. Wir müssen mit einfachen Worten die antikommunistischen Lügen aufdecken und zeigen, wer in Wirklichkeit verantwortlich ist für das Desaster im Gesundheits- oder Erziehungswesen - das sind doch die Rechten, das ist der Kapitalismus.

 

Die linke Regierung hat auch wichtige Verbesserungen erreicht für die Bevölkerung. Dabei ist eingeschränkt, was man in 21 Tagen bis zur Stichwahl mit Argumenten erreichen kann. Es gilt auch, das Potential der fortschrittlichen Wähler besser zu heben. So gibt es viele Menschen in Kolumbien, die gar nicht zur Wahl gehen konnten, weil auf dem Land das nächste Wahllokal zu weit weg ist, oder sie kein Geld haben für Transportmittel usw. Da muss die Logistik des Wahlkampfs des Pacto Histórico zur Verfügung gestellt werden und die Leute transportieren.“

 

Wir unterstützen die Wahlkampagne für Cepeda vom Pacto Histórico. Wir arbeiten weiter daran, den gewachsenen Einfluss zu festigen und zu organisieren. So konnten neue Gruppen der Einheitsfrontbewegung MODEP aufgebaut werden und auch von der Partei PCC-M.