Leserbrief
Zum 8. Mai
Ein Leser aus Esslingen schreibt:
Liebe Genossinnen und Genossen, zunächst eine Korrektur zur Berichterstattung über den 8. Mai: Der 8. Mai war in der DDR schon vor 1970 kein gesetzlicher Feiertag mehr. Er stand zwar noch als Gedenktag im Kalender, wurde auch begangen, aber war nicht arbeitsfrei.
Er wurde 1965 oder 1967 zum letzten Mal als arbeitsfreier Feiertag begangen, so sicher bin ich mir da nicht mehr, ob wir an diesem Tag nach der Jugendweihe 1967 noch schulfrei hatten. Auf jeden Fall ärgerten wir uns, dass wir in die Schule mussten.
Allerdings wurde der Schulbesuch dann unterbrochen: Ich erinnere mich noch an das Zeremoniell auf dem Friedhof in Gräfenthal, an die Rede eines Genossen aus der Stadt oder vom Kreis, die Kranzniederlegung zu den Klängen von „Unsterbliche Opfer“ mit der Bernhards-Kapelle unter Waldemar Leube, die Fahnen.
Wir standen – je nach Klassenstufe im Pionier- bzw. Blauhemd. Auch Arbeiter aus den Betrieben waren dabei. Das Zeremoniell blieb auch nach der Abschaffung des Feiertags. ...