Geschichte
Wie wir zum 8-Stunden-Tag kamen
Im 19. Jahrhundert war die tägliche Arbeitszeit in den Fabriken auf 12, 14 oder sogar 16 Stunden angestiegen. Der Kampf gegen solche Arbeitszeiten war von Anfang an auf der Agenda der sich organisierenden Arbeiterbewegung.
Der bürgerliche Sozialreformer Robert Owen hat in den 1810er Jahren in Großbritannien als erster den Slogan geprägt: “Acht Stunden arbeiten, acht Stunden schlafen und acht Stunden Freizeit und Erholung.“ Karl Marx und Friedrich Engels haben auf dem Treffen der Internationalen Arbeiter Association 1866 in Genf maßgeblichen Anteil an der Beschlussfassung über die Forderung nach einem internationalen 8-Stunden-Tag.¹
"Die gesetzliche Beschränkung des Arbeitstages ist eine Vorbedingung, ohne welche alle anderen Bestrebungen nach Verbesserung und Emanzipation scheitern müssen. Sie ist erheischt, um die Gesundheit und körperliche Energie der Arbeiterklasse wiederherzustellen und ihr die Möglichkeit geistiger Entwicklungen, gesellschaftlichen Verkehrs und sozialer und politischer Tätigkeit zu sichern.“ So wichtig und notwendig nach Marx der Kampf der Gewerkschaften war, wies er auf seine Begrenztheit hin und empfahl den Arbeitern sich die Losung „Nieder mit dem Lohnsystem“ auf die Fahne zu schreiben.
1889 beschließen Gewerkschaften und Arbeiterparteien auf dem Zweiten Internationalen Arbeiterkongress in Paris, am 1. Mai zu einer internationalen Demonstration aufzurufen. Eine zentrale Forderung ist der Acht-Stunden-Tag zur internationalen Vereinigung der Arbeiter. Das Ergebnis der Novemberrevolution 1918 in Deutschland war eine bürgerliche Demokratie. Zu den Ergebnissen gehörte auch die gesetzliche Einführung des 8-Stunden-Tages 1919.