Klima
Wie Faschisten die Wirklichkeit verdrehen
Natürlich kann man sich streiten, inwieweit lineare Modellrechnungen des Weltklimarats IPCC ein zuverlässiges Bild der Entwicklung der Klimakatastrophe wiedergeben. Der Stein des Anstoßes ist ein Bericht, genannt RCP 8.5*.
Er dient als Grundlage für Modellrechnungen, die einen schlimmsten anzunehmenden Fall der Klimakatastrophe berechnen sollen. Er wurde aufgrund aktueller Entwicklungsdaten verändert.
Darauf ist das Heer der Klimaleugner sofort angesprungen, allen voran US-Präsident und Faschist Donald Trump. Auf seiner Online-Plattform „Truth Social“ verbreitete er seine menschenfeindliche Gesinnung: Der Weltklimarat habe „gerade eingeräumt, dass seine eigenen Projektionen (RCP 8.5) falsch waren! Falsch! Falsch! Falsch!“ Und der ehemalige Shell-Manager Fritz Varenholt legte gleich nach: „IPCC: Klimakatastrophe war gestern, sie fällt aus“.
In solch illustrer Runde durfte die AfD natürlich nicht fehlen. Karsten Hilse, deren klimapolitischer Sprecher, sprach am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde im Bundestag vom „größten Betrug, der jemals an der Menschheit begangen wurde“. Mit solch ultrareaktionären und bewusst verfälschten Behauptungen wird versucht, das gewachsene Bewusstsein über die menschheitsbedrohenden Gefahren der Klimaentwicklung schönzureden.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) spricht das nicht so offen aus, aber ihre Pläne gehen in dieselbe Richtung. Obwohl der CO₂-Ausstoß im Jahr 2024 mit 38,1 Milliarden Tonnen weltweit einen neuen Höchststand erreicht hat, will sie bundesweit 40 neue Gaskraftwerke mit einer Leistung von 12 Gigawatt ausschreiben und bis 2031 fertigstellen lassen.