Kampferfahrungen verarbeiten
Weltweite Kämpfe im April 2026
Die überparteiliche Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlicher Studien zur Arbeiterbewegung (GSA e. V.) erfasst und wertet die Kämpfe der Arbeiter und Volksmassen monatlich aus – auch gegen die Unterdrückung dieser Informationen durch die bürgerlichen Massenmedien.
Nachdem im März 2026 noch über 12 Millionen Menschen weltweit an Kampfaktionen teilgenommen hatten, gingen Streiks und Demonstrationen im April zunächst etwas zurück. Es gab keine Großereignisse wie den Internationalen Frauentag oder den „No Kings“-Protesttag. Insgesamt registrierten wir 2,7 Millionen Beteiligte an Kampfmaßnahmen im April.
Dabei gab es eine ganze Reihe neuer wichtiger Erscheinungen: Viele antimilitaristische und antiimperialistische Proteste richteten sich gegen den Gazakrieg und gegen den Irankrieg. In Israel nehmen Proteste gegen die Kriege der Regierung deutlich zu. Im Westjordanland beteiligten sich 50.000 Palästinenser an einem Generalstreik gegen ein Gesetz zur Einführung der Todesstrafe, das ausschließlich gegen Palästinenser gerichtet ist. Immer stärker wird der Widerstand in Japan gegen die Aufrüstungspolitik der japanischen Regierung und Premierministerin Takaichi. Große Demonstrationen sind in Japan selten – zwei Proteste mit jeweils über 30.000 Menschen waren daher bedeutsam. Anfang Mai stieg die Zahl sogar auf 50.000. In mindestens 8 Ländern gab es im April Proteste gegen Preissteigerungen/Inflation beziehungsweise Benzin- beziehungsweise Gaspreiserhöhungen - meist wurde zugleich der US-Krieg gegen den Iran verurteilt.
An Arbeiterkämpfen waren mindestens 2,1 Millionen an 50 Streiks beziehungsweise Demonstrationen vor allem für höhere Löhne beteiligt. Dabei ging es bei acht Kämpfen um Arbeitsplätze – daran nahmen über 1,75 Millionen Beschäftigte teil. Das ist ein deutlicher Aufschwung der Kämpfe gegen die weltweit zunehmende Arbeitsplatzvernichtung. Neu waren auch tagelange Massenproteste von (Leih)Arbeitern in Indien in den Industriezonen (Autoindustrie, Textilindustrie) um Neu-Delhi für einen Mindestlohn, von dem man leben kann. Sie wurden nur beendet nach erheblichen Zugeständnissen. Es wurden Hunderte Arbeiter festgenommen, viele sind weiterhin in Haft. Bedeutsam war auch ein Warnstreik bei Samsung Elektronic in Südkorea mit 40.000 Beteiligten – sie drohen mit einem 18-tägigen Vollstreik im Mai. Es geht um Bonuszahlungen angesichts der massiven Profite.
In Lateinamerika nehmen die Proteste gegen reaktionäre Regierungen deutlich zu. In Bolivien entwickelt sich mittlerweile eine revolutionäre Gärung gegen die Paz-Regierung, die die Ruinierung von Kleinbauern und den Umbau des Bildungssystems vorantreibt. Auch in Chile wird gegen Kürzungen im Bildungssystem durch die Kast-Regierung protestiert.
Die Frage der Umwelt rückt wieder nach vorne. Bereits im März hatte es in Chile Massenproteste gegen die Regierung Kast und ihre Aufhebung der Wassergesetze gegeben. In Argentinien protestierten im April 200.000 Menschen gegen die Aufhebung des „Gletschergesetzes“ durch die Milei-Regierung, das dem Schutz der Umwelt vor ruinösen Bergbauprojekten diente.
Die Proteste in den USA gegen die Trump-Regierung konzentrieren sich zurzeit auf lokale Aktionen – Proteste vor ICE-Einrichtungen, gegen den Bau von neuen Abschiebelagern. Streiks und Proteste gegen Abbau von Stellen an Schulen halten an. Die Anti-Trump-Bewegung bereitet sich auf die Novemberwahlen vor. Es gibt heftige Auseinandersetzungen vor allem bei den Demokraten, wie links Kandidaten sein dürfen.
In Deutschland sind die Kämpfe von 378.000 im März auf rund 178.000 im April zurückgegangen. Auch hier zeigen sich aber im Detail neue Entwicklungen.
Bei den Arbeiterkämpfen, die mit gut 20.000 Beteiligten an Warnstreiks deutlich abgenommen haben, kommt es zunehmend auch zur Streikbeteiligung bei kleineren Betrieben, die zum ersten Mal an Streikaktionen teilnehmen. Die Beteiligung an den Volkskämpfen ist insgesamt gegenüber dem Vormonat von 310.000 auf 155.000 zurückgegangen. Auffällig ist, dass es bei Umweltaktionen einen erheblichen Aufschwung gab. Die verschärfte Ausplünderung der Gesellschaft durch die Übermonopole bringt auch die Zwischenschichten in Bewegung. Es waren vor allem Landwirte und Fuhrunternehmer, die an mehreren Orten gegen die horrenden Spritpreise protestieren.
Unter dem Motto „Erneuerbare Energien verteidigen!“ demonstrierten 80.000 Menschen am 18. April in vier Städten gegen die reaktionären Energiepläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie waren von einer breiten Aktionseinheit organisiert. Die von der FFF-Bewegung organisierten Proteste 6 Tage später brachten bundesweit rund 20.000 auf die Straße.
Die antimilitaristischen Proteste der Ostermarsch-Bewegung haben leicht zugenommen und liegen nach unseren Hochrechnungen bei rund 43.000. Vor allem junge Menschen demonstrieren verstärkt gegen die Militarisierung der Gesellschaft und die wachsende Kriegsgefahr.
Die Kritik am Kapitalismus und Imperialismus als Ursache des Krisenchaos verbreitet und vertieft sich weltweit – das trifft sowohl auf die Umweltaktionen, als auch auf die Antikriegsproteste und die Arbeiterkämpfe zu.