Leserbrief - Zur Diskussion gestellt

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Verwendung des Begriffs „Energiewende“?

Auf Rote Fahne News taucht der Begriff „Energiewende“ in letzter Zeit mehrfach auf. Ich habe diesen Begriff nie verwendet, er ist mir auch im Buch „Katastrophenalarm“ von 2014 und dem Ergänzungsband von 2023 nicht aufgefallen.

Von Josef Lutz

Eingeführt hat ihn die Bundesregierung um 2011/2012. Sie verkündete eine „Energiewende“ und tat das Gegenteil, sie beschloss die drastische Kürzung der Einspeisevergütung für neue Solaranlagen und Windräder. Gefördert wurden überdimensionierte „Stromautobahnen“ und Wasserstoff-Projekte der Chemiekonzerne. Die einst technisch führende mittelständische deutsche Solarindustrie wurde in den Konkurs getrieben. Der Begriff „Energiewende“ beinhaltete das Gegenteil von dem, was gemacht wurde, wie auch an anderen Stellen („Friedensmission“ für den Krieg in Afghanistan etc…). Mit solcher Begriffsbildung wird die öffentliche Meinung manipuliert.

 

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung war 2010 noch 17%, 2011 bereits 20% und 2012 stieg er auf 22%. Das war wesentlich von privaten Haushalten mit Solar-Dachanlagen und von Investorengemeinschaften für Windräder getragen. Aber es war eine ernsthafte Beeinträchtigung des Umsatzes von Kohle- und Atomstrom. Dagegen wurde was getan. Die Behinderung des Zuwachses an erneuerbaren Energien setzten danach alle Bundesregierungen fort. Die Energiekonzerne entdeckten auch das neue Geschäftsfeld. Allerdings ließen sie sich für ihre Offshore-Windparks eine mehrfache Vergütung absichern. Der Anteil Erneuerbarer an der Nettostromerzeugung betrug 2025 zwar 55,9%, ohne Behinderung durch Maßnahmen der sogenannten Energiewende wären es nahe 100% geworden.

 

Ministerin Reiche setzt die Politik ihrer Vorgänger fort. Soll man die als „Energiewende“ verteidigen? Natürlich wird das Bemühen um die Profite der fossilen Energiekonzerne immer absurder. Wir sollten besser von „erneuerbaren Energien“ sprechen und bei Verwendung von Begriffen immer beachten, was damit transportiert wird.

 

Solidarische Grüße
Prof. Dr. Josef Lutz, Chemnitz