Wetterextreme und Klima

Wetterextreme und Klima

Hochsommerliche Hitzeperiode bereits im Mai – Ursachen und Folgen

Ende Mai in Deutschland: Temperaturen bis 34 Grad – für über eine Woche. Pure Vorfreude auf den Sommer, oder doch nicht? Auch andere Länder sind betroffen:

Von Dr. Dieter Stein
Hochsommerliche Hitzeperiode bereits im Mai – Ursachen und Folgen
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"So warm war es in Großbritannien und Frankreich noch nie im Mai: Die Behörden melden die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen. In Frankreich starben bereits sieben Menschen" (Tagesschau vom 26.5.2026).

Wetter und Klima – beide verändern sich dramatisch

Das lokale oder auch (groß-)regionale Wetter kann man grob als kurzzeitige Erscheinungsform des Klimas in der Erdatmosphäre bezeichnen, maximal über einige Wochen. Das Klima ist wesentlich komplexer: Es hängt, je nach Region, von der einstrahlenden Sonnenenergie ab und bezeichnet das Wechselspiel zwischen der Erdatmosphäre, den Ozeanen und den Landflächen, verkürzt gesagt der gesamten Biosphäre, also der Lebensbedingungen auf der Erde. Bekanntermaßen ist die Menge der in der Biosphäre wirksamen Sonnenenergie abhängig von der Art und der Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre.

Wozu diese grundlegenden – und größtenteils bekannten – Ausführungen?

In den letzten wenigen Jahren gibt es wesentliche Veränderungen des Klimas, die sich, unter anderem in neuartigen Extremwetterereignissen wie diesen Hitzewellen niederschlagen. Das hat zwei Ursachen, die in enger Wechselwirkung zueinander stehen: erstens die gigantisch hohen und jährlich weiter steigenden globalen Treibhausgasemissionen. Laut Berechnungen der GSA (1) betrugen allein die globalen CO2-Emissionen im Jahr 2024 über 39,5 Milliarden Tonnen. Und zweitens die im Rahmen der Umwelt- und Klimakatastrophe entstandenen Selbstzerstörungsprozesse, die zusätzliches CO2, Methangas oder direkt Wärme erzeugen. Neben der Pol-Schmelze und dem Auftauen immer größerer früherer Permafrostgebiete zählen hierzu insbesondere in Quantität und Qualität neuartigen Wald- und Flächenbrände sowie das ursprünglich natürliche El Nino-Phänomen, das - im Mehrere-Jahre-Rhythmus - aus dem Pazifischen Ozean ungeheure dort gespeicherte Wärmemengen zurück in die Erdatmosphäre transportiert.

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

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Was macht diese Entwicklung so gefährlich?

Die genannten Selbstzerstörungsprozesse insgesamt scheinen, insbesondere seit dem Sprung bei der globalen Durchschnittstemperatur in den Jahren 2023 und 2024, immer mehr zum entscheiden Faktor bei der globalen Erwärmung zu werden. Doch: Sie sind im Wesentlichen durch menschliche Aktivitäten kaum oder zum Teil gar nicht beeinflussbar - und haben somit das Potential, die begonnene Klimakatastrophe immer schneller zum Ausreifen zu bringen.

 

Die gigantischen CO2-Emissionen, die uns der Imperialismus „direkt“ beschert, sind sehr wohl beeinflussbar. Dazu muss gesagt werden, dass sich unter den acht Ländern mit den höchsten CO2-Emissionen vier faschistisch regierte befinden: China, Indien, Russland und der Iran. Außerdem, an zweiter Stelle, die USA, die innerhalb des faschistischen Umbaus ihre fossile Energiebasis weiter stärken. Deutschland rangiert auf Platz 12 (alle Daten aus Quelle 1) und glänzt durch neue Gaskraftwerke auf fossiler Basis sowie durch eine Vorreiterrolle beim Aus vom Verbrenner-Aus und ein Heizungsgesetz, das - „völlig ideologiefrei“ - wieder den Einbau fossiler Heiztechnik erlaubt. Von der AfD als Leugnerin und/oder Verharmloserin der Klimakatastrophe gar nicht zu reden.

Zu den Folgerungen

Die neue Dramatik der Katastrophenentwicklung stellt die (Industrie-)Arbeiter- und Umweltbewegung vor gewaltige Herausforderungen: so zum Beispiel, sich von den Automonopolen nicht mit der bereits verschobenen Umstellung auf E-Autos abspeisen zu lassen, was einen gigantischen Ressourcenverbrauch bedeuten würde, sondern ein Verkehrssystem auf Basis verschiedener regenerativer Antriebstechniken zu fordern (2).

 

Der notwendige umfangreiche »Kampf zur Abmilderung der begonnenen globalen Klimakatastrophe« ist in dem Buch »Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?«, ab Seite 450 ausgearbeitet, einschließlich der Realisierung «umfassender Hitzeschutzprogramme für die breiten Massen«.

 

Für den Klimaschutz insgesamt wird eine fortgeschrittene sozialistische Gesellschaft zur Voraussetzung. Eines ihrer wichtigsten ökologischen Ziele ist die Produktion und Konsumtion auf der Basis von 100 Prozent regenerativer Energien.