Politische Gefangene in Syrien

Politische Gefangene in Syrien

Eva Maria Michelmann – seit einem Monat kein Kontakt – was macht die Bundesregierung?

Unter der Überschrift "Seit dem 23. April 2026 kein weiterer Kontakt zu Eva Maria Michelmann – Incommunicado-Haft durch das al-Scharaa-/al-Dscholani-Regime dauert an" informiert die Anwaltskanzlei Meister & Partner aus Gelsenkirchen die Öffentlichkeit zur aktuellen Lage im Fall Eva Maria Michelmann / Ahmed Polad:

Pressemitteilung der Anwaltskanzlei Meister & Partner, Gelsenkirchen
Eva Maria Michelmann – seit einem Monat kein Kontakt – was macht die Bundesregierung?

Als anwaltliche Vertreter von Eva Maria Michelmann, Mehmet Nizam Aslan / Ahmet Polad und ihrer jeweiligen Familien teilen wir mit großer Besorgnis mit:

1. Kein weiterer Kontakt seit dem 23. April 2026

Seit dem 18. Januar 2026 werden Eva Maria Michelmann und Mehmet Nizam Aslan, journalistisch bekannt als Ahmet Polad, in einzelnen Berichten auch Ahmed /  Ahmet Polat / Polad transkribiert, unter Verstoß gegen internationale Schutzvorschriften für Journalist:innen inhaftiert.


Nachdem durch Recherchen von Journalist:innen, Freund:innen, Familienangehörigen, unserer Kanzlei und Quellen aus Nordostsyrien / Rojava ermittelt wurde, dass beide in Aleppo inhaftiert sind, besuchte am 23. April 2026 eine Vertreterin des Auswärtigen Amtes Eva Maria Michelmann in einem Gefängnis in Damaskus. Erst am 30. April 2026 bestätigte die syrische Übergangsregierung die Inhaftierung. 


Obwohl das Auswärtige Amt eine regelmäßige konsularische Betreuung von Eva Maria Michelmann zugesagt hatte und an diese Zusage schriftlich und mündlich erinnert wurde, ist bislang kein weiterer Besuch bekannt geworden. Offenbar verweigert die syrische Regierung jetzt auch dem Auswärtigen Amt einen weiteren Besuch.


Das Auswärtige Amt erklärte zuletzt in der vergangenen Woche, man setze sich mit Hochdruck für Eva Maria Michelmann ein. Ein weiterer Besuch sollte nach den uns vorliegenden Informationen auch in Begleitung einer Ärztin erfolgen. Auf dringliche Nachfragen wurde aktuell erklärt, es könnten der Familie und der anwaltlichen Vertretung derzeit keine neuen Informationen mitgeteilt werden. Auch auf die Bitte, konsularisch-diplomatische Schutz- und Zugangsgarantien für Rechtsanwalt Roland Meister und Rechtsanwalt Yener Sözen gegenüber der syrischen Regierung einzuholen, damit diese Eva Maria Michelmann in Damaskus sicher besuchen können, erfolgte bislang keine Antwort. 

2. Foltervorwürfe und Gesundheitsgefahr

Aus Berichten – unter anderem von einer syrischen Journalistin – ist bekannt, dass Eva Maria Michelmann schwer gefoltert wurde. Ein Mitgefangener von Ahmet Polad, ein SDF-Angehöriger, der beim Gefangenenaustausch freikam, berichtete, dass dieser verletzt ist. Bereits beim Besuch am 23. April 2026 war der Gesundheitszustand von Eva Maria Michelmann beängstigend schlecht. Die Inhaftierung von Eva Maria Michelmann und ihrem Kollegen widerspricht grundlegenden Menschenrechten, zu deren Einhaltung sich auch das syrische Übergangsregime verpflichtet hat. 

 

Die deutsche Bundesregierung und das Auswärtige Amt dürfen ein solches Verhalten der syrischen Regierung nicht akzeptieren. Bereits für die Verzögerung des zugesagten weiteren Besuchs gibt es keine Rechtfertigung. ...

 

Hier gibt es die komplette Pressemitteilung mit Statements der Angehörigen