Opel / Stellantis
„Ein Sturm zieht auf – setzen wir die Segel richtig!“
Der folgende Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der gemeinsamen Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, „Der Blitz“, erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:
Der BLITZ schrieb schon vor einem halben Jahr: „Hinter verschlossenen Türen wird geplant und diskutiert, welche Werke geschlossen werden sollen.“ Nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht: Schließung der Fahrzeugproduktion in Poissy, Stopp der Batteriewerke in Kaiserslautern und Termoli, Arbeitsplatzvernichtung in Cassino und Melfi, Schichtstreichung in Tychy mit 720 Entlassungen und, und, und … Seit 2018 wurden allein in Deutschland 9000 Arbeitsplätze vernichtet. Stellantis-Chef „Don“ Filosa (Antonio Filosa, CEO bei Stellantis, Anm. d. RF-Red.) will uns dreist erpressen. Der Betriebsrat soll der Vernichtung von weiteren 650 Arbeitsplätzen zustimmen, sonst würde Stellantis die „Notfallklausel“ im „Zukunftsvertrag“ ziehen und betriebsbedingt kündigen. Damit dürfen sie nicht durchkommen – das wäre ein Dammbruch! Was kommt dann als Nächstes? Einmal muss Schluss sein!
Als Rechtfertigung für diesen Kahlschlag dienen ihre Verluste und „Überkapazitäten. Als gäbe es einen Kapitalismus ohne Überkapazitäten und ohne Krisen. Es ist eine Gesetzmäßigkeit im Kapitalismus, die Produktion auszuweiten, während die Märkte eingeschnürt werden. ...
Unser ganzes Leben sollen wir diesem verschärften Konkurrenzkampf unterordnen, unsere Kinder ihren Kriegen opfern. Für ihr Wettrüsten sollen wir Kürzungen bei Rente und Gesundheit hinnehmen. Es wird Zeit für einen Generalstreik! Aber nicht einfach nur dagegen, wir brauchen eine Perspektive, jenseits vom kranken System Kapitalismus. Es ist Zeit für echten Sozialismus!
Oft hört man, „Solidarität statt Egoismus“ sei nur ein Traum. Doch wenn jeder mitmachen würde, der sagt: „Ich würde ja, aber die anderen sind zu egoistisch“, dann sind wir viele Millionen. Wenn Stellantis einfach so könnte, wie sie wollen, wären schon viel mehr Werke geschlossen und die Produktion wäre verlagert worden. ...
Gut organisieren! Es wäre richtig gewesen, dass alle Gewerkschaften in den europäischen Werken zu diesem Aktionstag aufrufen. Wenn jetzt einige Gewerkschaftsführer sagen „Nicht gleich alles Pulver verschießen“ – beim Arbeitsamt nutzt uns das Pulver nichts mehr! …
Die Situation schreit nach einem richtigen Streikrecht! Die Regierung wird uns das nicht freiwillig geben. Die Franzosen haben ihr Streikrecht mit der Revolution 1789 erkämpft. Bei uns wurden der Acht-Stunden-Tag, das Frauenwahlrecht und Betriebsräte mit der Novemberrevolution 1918 erkämpft. Diese Revolutionen waren auch nicht erlaubt.
- Mit Erpressern wird nicht verhandelt – Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!
- Zukunft für die Jugend – unbefristete Übernahme aller Auslerner, Leih- und Zeitarbeiter!
- Keine Werksschließungen – 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
- Für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!
- Gemeinsam gegen Faschismus und Krieg – organisiert euch!