Dokumentiert
Angriff auf kritisches Denken: Marx nicht mehr in den Lehrplänen italienischer Schulen
Dieser Artikel ist in der Online-Ausgabe der österreichischen Zeitung der Arbeit am 24. Mai erschienen. Rote Fahne News dokumentiert Auszüge.
Die Reform der Philosophie-Lehrpläne an italienischen Gymnasien sorgt für heftige Proteste unter Wissenschaftlern und Lehrkräften. Die Regierung Meloni versucht mit aller Kraft, marxistische und gesellschaftskritische Denktraditionen gezielt aus dem Unterricht zu drängen.
Rom: Die von Bildungsminister Giuseppe Valditara (Lega) vorangetriebene Reform der italienischen Gymnasial-Lehrpläne entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Konflikt um Kultur, Geschichte und Ideologie. Nachdem bereits Änderungen beim Literaturunterricht – insbesondere die geplante spätere Behandlung von Alessandro Manzonis "Die Verlobten" – auf breite Kritik gestoßen waren, richtet sich der Protest nun gegen die neuen Philosophie-Richtlinien für die Oberstufe.
Mehr als sechzig Universitätsprofessorinnen und ‑professoren, ehemalige Hochschul- und einige Gymnasiallehrkräfte haben einen öffentlichen Appell unterzeichnet. Zu den prominentesten Unterzeichnern gehört der Philosoph und ehemalige Bürgermeister von Venedig, Massimo Cacciari. Die Kritikerinnen und Kritiker werfen der Reform vor, zentrale Denker der europäischen Philosophiegeschichte zu marginalisieren oder ganz auszuklammern.
Besonders scharf kritisiert wird, dass Karl Marx in den neuen Richtlinien kein einziges Mal erwähnt wird. Auch Antonio Gramsci fehlt. Ebenso beanstanden die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner die fehlende oder reduzierte Behandlung von Philosophen wie Spinoza, Fichte und Schelling sowie eine verkürzte Darstellung von Kant und Leibniz. Hinzu kommt, dass laut den vorgesehenen Richtlinien im Bereich der politischen Philosophie offenbar nur zwischen Hobbes, Locke oder Rousseau gewählt werden soll, statt alle Philosophen gemeinsam zu behandeln.
Hier gibt es den kompletten Artikel
Wer mehr über Marx wissen möchte, wird hier auf der Homepage der MLPD fündig